Rückreise

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Ich sitze in der Iberia Lounge in Madrid und schreibe.

Nach einem Medaillengewinn und dem Ende des Turniers feiert man und fällt dann in ein Loch. Die Spannung lässt nach und viele im Team werden krank. So auch einige Teammitglieder, die mehr oder weniger stark an Erkältungskrankheiten leiden. Zum Glück ist die Olympiaapotheke darauf gut vorbereitet und ich kann jeden Bedürftigen mit den entsprechenden Medikamenten versorgen.

Die Athleten nutzen die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Turnier für Sponsorenkontakte, Sightseeing, dazu auch mal andere olympische Sportarten zu sehen, manche trainieren weiter, andere hängen einfach durch oder treiben anderen Sport, als ihre eigentliche Sportart. Der Kontakt zu Sportlern anderer Sportarten ist in dieser engen Form nur bei Olympia möglich. Man erkennt sich an der Uniform und kommt beim Essen oder im Fahrstuhl, oder auch im Deutschen Haus in Kontakt.

Für den Mannschaftsleiter ist der Rest des Aufenthaltes geprägt von organisatorischem Tun. Rückreise planen, die mehrmals täglich eintreffenden Infos der Leitung an die Sportler weitergeben, sich um deren Rückreise, Gepäck, Zielflughäfen und Olympiastützpunkte kümmern, klären, wer die Schlüssel einsammelt, da ich ja diesmal nicht als letzter gehe und zwischendurch auch Arzt sein, sich die Sorgen der Spieler(innen) anhören, versuchen Kontakt zu halten, wenn diese ihre Touren machen.

Die letzte Mahlzeit in der Dining Hall ist überraschend, erstmals in den gut 3 Wochen ist das Essen an einer Ausgabestelle so heißt, dass es dampft…

Ich packe meine Sachen, gebe mein Telefon ab und steige in den Bus zum Welcome Center. Dort, wo wir das Dorf betreten haben, verlassen wir es auch wieder. Die gut 3 Wochen sind schnell verflogen und beim Abschied weiß man eigentlich, dass man niemals mehr zurückkommen wird. Olympische Spiele sind flüchtige Ereignisse mit vorübergehender riesengroßer Medienaufmerksamkeit, von denen danach zumindest beim Beachvolleyball nichts bleibt, außer Erinnerungen. Nichts ist so alt wie die Neuigkeit von gestern.

Ein positiver Effekt von den Spielen ist die Tatsache gewesen, dass man aus der Heimat fast nichts mitbekommen hat, sich nicht mit den täglichen Horrornachrichten befassen muss, mit denen man sonst in Funk und Fernsehen und Zeitungen überschwemmt wird. Und man lebt trotzdem. Es fehlt nichts. Bundesligavorbereitung, DFB-Pokal – egal. Terrorismus? Egal? Man kann sich der Nachrichtenflut entziehen und das ist eine spürbare Entlastung. Dagegen ist die permanente Lärmbelastung, sei es durch Musik im Olympischen Dorf, die permanenten Geräusche beim Essen, in den Bussen, die vielen unverständlichen Sprachen und Laute, die „gewaltsame“ Stimmungsmache der Moderatoren beim Beachvolleyball, die Springbrunnen hinter dem Haus im Dorf extrem stressig. Ich bin froh, wenn ich zu Hause mal Ruhe habe, wenigstens für einige Stunden, bevor am Montag der ganz normale Arbeitstag wieder losgeht.

Und ich habe mich auf Essen gefreut, dass irgendwie Geschmack hat, und diesen Wunsch konnte sogar das Essen im Flieger erfüllen. Und alle, mit denen ich sprach, die in Europa leben, hatten den gleichen Wunsch…

Jetzt ruft der Weiterflug zum Aufbruch, die letzte Etappe nach Hamburg. Ich freu mich drauf….

Zeit für ein Fazit

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Ich sitze in der Medizinzentrale im Olympischen Dorf und habe Dienst. Die Feierlichkeiten von der Nacht davor habe ich ganz gut überstanden. Die Mädels haben den ersten Teil ihrer Medienrunde absolviert. Gestern haben wir uns alle im Deutschen Haus gesehen, aber zum Reden reichte es nicht. In der letzten Nacht wurde dann Alison in strömendem Regen endlich Olympiasieger, nachdem er 2012 gegen Jonas und Julius verloren hatte. Entsprechend überschwänglich feierte er das bereits im Stadion ab und ließ seinen Tränen freien Lauf. Der Wettbewerb ging also mit der von Brasilien so ersehnten Goldmedaille im Beachvolleyball zu Ende.

Das Fazit der Spiele kann man für uns Beachvolleyballer jetzt ziehen. In einem großartigen Stadion, aus dem wunderbare Bilder um die Welt gingen, waren wir vorne dabei. Soweit so gut. Und die Brasilianer, die zwar viele Soldaten mit Gewehren postiert haben, aber die Sicherheit in unserem Sinne nicht gewährleiten können, haben Recht behalten: es ist nichts beim Beachvolleyball sicherheitsrelevantes passiert.

Im Vergleich mit verschiedenen Turnieren der Weltserie oder früheren Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen waren die Funktionsbereiche, wie Spielerbereich, Physiotherapiebereich etc. unterdimensioniert, lieblos, freudlos, aber vorhanden. Die Organisation des Events durch den Weltverband funktionierte reibungslos, und wenn es einmal hakte, ließ sich eine Lösung meistens flexibel und spontan finden.

Sportlergerechte Ernährung war am Spielort nicht zu bekommen, die Fahrtwege waren lang und damit die Belastung höher als normal. Dennoch ist das Beachvolleyball-Event erfolgreich durchgeführt worden.

In Schulnoten würde ich ein ausreichend vergeben. Und das trifft so ziemlich auf alles zu, was hier im Zusammenhang mit Olympia zu sagen ist. Es reicht für die vorgegebenen Anforderungen, aber es ist lieblos und schlampig gemacht. Man kann hier wohnen, aber man wartet ungern 5 Minuten darauf, dass die Dusche warm wird. Man freut sich, dass ab und zu sauber gemacht wird, aber wenn der Toiletteneimer nicht täglich, sondern teils alle 5 Tage geleert wird, wenn nicht mit Wasser gewischt wird, sondern die Fußboden Reinigung daraus besteht, dass aus einer Handsprühflasche ein stark parfümiertes Reinigungsmittel versprüht und dann mit einem Tuch breitgewischt wird, wenn der Besen, mit dem eben gefegt wurde, dann mit einem Tuch umwickelt wird, mit dem man das Reinigungsmittel verteilt, dann entspricht das nicht unseren Ideen von Hygiene und Sauberkeit. Wenn das Essen zwar da ist und es auch verschiedene Optionen gibt, diese sich aber kaum abwechseln, und wenn der Geschmack nicht dem Aussehen und den Erwartungen entspricht und man einfach nicht gerne zum Essen geht, dann ist das ausreichend, mehr nicht.

Wenn die längste Schlange bei McDonalds ist und Sportler eine Stunde Wartezeit in Kauf nehmen, weil sie endlich wieder einen Geschmack erleben möchten, den sie kennen, dann spricht dass nicht für Rio2016.

Doch alles hat auch eine Kehrseite. Der einzelne Spitzensportler aus den bekannteren Sportarten mag auf der Welt unterwegs sein und bessere Unterkünfte, besseres Essen etc. kennen und schätzen gelernt haben, für einen großen Teil der Weltbevölkerung und auch für einen großen Teil der brasilianischen Bevölkerung ist ausreichendes Essen mit Auswahl, ein sicherer Schlafplatz und sauberes Wasser eine Illusion. Wenn Touristen an der Straße nach dem Essen um die Reste des Essens auf dem Teller gebeten werden, weil der Bittsteller einfach Hunger hat, dann macht das schon betroffen. Wenn man nichts zu verlieren hat, wird man rücksichtslos. Und so erklären sich auch die hohe Kriminalität und die Gewaltbereitschaft in bestimmten Teilen der brasilianischen Bevölkerung. Wenn man sieht, wie sich hier Sportfunktionäre gebärden wie Staatschefs und mit Fahrzeugen mit Stander durch die Gegend fahren lassen, sich um die Qualität des Autos streiten, ob ein Audi A3 oder eine Nissan ausreicht oder ob es doch eine Mercedes S-Klasse sein muss, dann entbehrt das jeder Logik und widerspricht natürlich dem Gedanken von Nachhaltigkeit. Und dieses Gehabe, wer wichtiger ist und mehr hofiert wird, wer zum Fahrzeug auch eine Polizeieskorte bekommt, wer neben seiner Frau auch noch persönliche Referenten etc. mitbringt, das ist aus meiner Sicht weder angemessen noch notwendig. Während ein Teil der Brasilianer quasi nichts hat, wird, so wird es zumindest empfunden, den Gästen eine Luxusleben ermöglicht. Dass das auf Unverständnis trifft, ist gut zu verstehen. Und dass dann auch die ärmere Bevölkerung einen Anteil haben möchte, und sich diesen auch einmal direkt selbst holt (siehe Polizeinachricht vor einigen Tagen), ist nur logische Konsequenz.

Die Bilder, die um die Welt gehen, sind beeindruckend, in jeder Hinsicht, und da alle Athleten ein nagelneues Supersmartphone mit Kamera bekommen haben und der Internetzugang hier gratis ist, werden diese und viel mehr interne Bilder den Weg in die Netzwerke finden. Und so werden Illusionen transportiert, und keine differenzierten Wahrheiten. Der Blick hinter die Kulissen ist möglich, aber er wird verdeckt durch die riesige Menge an Bildern und belanglosen Informationen, die hier aus Rio die Welt überschwemmen.

Und noch eines möchte ich los werden. Das IOC hat die Ausrichtung der Spiele mit ca. 1,5 Milliarden US$ unterstützt, wobei die eigentlichen Durchführungskosten auf 1,8 Milliarden geschätzt werden. Die baulichen Veränderungen, sofern sie Sportstätten und Unterkünfte betreffen, kommen entweder in eine Folgenutzung oder werden abgebaut. Z.B. wird an der Copacabana in einigen Wochen nichts mehr an Rio 2016 erinnern. Nach den Paralympics werden auch die Rio 2016 -Aufschriften und die grünen Linien auf den Straßen verblassen und es bleiben die durch die Olympischen Spiele veranlassten Infrastrukturveränderungen, die für Rio durchaus einen Gewinn darstellen.

Für alle, die gegen Hamburg 2024 gestimmt haben: Rio hat einen Eigenaufwand für die Spiele in Höhe von 300 Millionen US$, denen keine Substanz gegenübersteht. Alle anderen Kosten, wie die für das Dorf, die Sportstätten, Bahnlinien und Straßen rechnen sich als gigantisches, weitgehend fremdfinanziertes, Stadtentwicklungsprogramm. Hamburg hat die historische Chance verpasst, über 5 Milliarden Euro für unsere Stadt zu bekommen, weil eine Bürgerschaft, die sich eigentlich als Volksvertreter verstehen, es nicht fertig gebracht hat eine über 90%-ige Zustimmung der Politiker in eine Entscheidung umzusetzen, die der Stadt wesentlich zu gute gekommen wäre. Wenn man aus für mich nicht nachzuvollziehenden Gründen eine Abstimmung macht und verliert, dann wäre es konsequent, wenn die in ihrer Entscheidung nicht bestätigten Volksvertreter daraus den Schuss ziehen würden, dass sie eben derzeit nicht das Volk vertreten. Und dann muss man ernsthaft über die Berechtigung nachdenken, Entscheidungen für die Bevölkerung zu treffen.

Ich kann nur sagen, meine jetzt vierte Teilnahme an den Spielen hat mir wieder gezeigt, dass der Sport, die Idee der Spiele für die Welt, eine riesige Geldmaschine ist, von der man durchaus profitieren kann, wenn man es clever anstellt. Dass man dafür auch vergleichsweise kurzfristige Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen muss, wie die untragbare Verkehrssituation für die „Normalbürger“, die keine Olympia-Lane fahren dürfen, und sich nun im Dauerstau befinden, wie überbordende Präsenz von Sicherheitspersonal mit scharfen Waffen in gesamten Stadtgebiet, okay. Das gilt für 4 Wochen und es ist eine Kröte, die man schlucken muss.

Was bleibt sonst noch von den Spielen in Rio? Weitere gut 450 Athleten dürfen sich Olympiasieger nennen, und diesen Titel behalten sie ein Leben lang. Für viele ist dieser Titel ein Türöffner im weiteren Leben, der Vorteile bringt.

Das Olympische Dorf, von dem am kommenden Montag die große Abreisewelle startet, dürfte nach den Paralympics seinen neuen Bewohnern übergeben werden. Und dann gehe ich davon aus, wird es nicht lange dauern, bis das Mahnmal für die Toten der Olympiabewegung und die Hauswände von Grafiti überzogen werden, die Teiche vermüllen und die Springbrunnen abgebaut sind und sich die flachen Teiche zu Brutnestern von Mückenheerscharen entwickeln. Eigentlich würde es mich interessieren, wie die Dörfer aussehen, in denen ich in Athen, Peking und London wohnen durfte.

Ich mache mich heute noch ins Maracana-Stadion auf und schaue das Frauenfußball-Finale gegen Schweden. Das wird meine zweite und letzte Sportveranstaltung sein, die ich sehen kann. Das olympische Feuer sehe ich, wie fast alle Athleten nie, ich weiß nicht einmal, wo es jetzt steht. Und dann beginne ich zu packen, denn übermorgen geht mein Heimflug. Sonntag 14:30 ist die Reise in HH Fuhlsbüttel zu Ende. Was ich dann tun werde? Heimkommen, Post lesen, und endlich mal wieder etwas essen, das schmeckt.

Jetzt haben wir fertig…

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Tja, was soll ich sagen, die Copacabana war für einen Abend fest in deutscher Hand.

Nach dem Sieg gegen Agatha/Barbara, die mit dem plötzlich einsetzenden, im Stadion böigen, Wind nicht gut zurecht kamen und nach einem knappen ersten Satz dann den zweiten deutlich abgeben mussten, gab es bei Fans und Spielerinnen kein halten mehr.

Laut singend und nur für die Hymne kurz verstummend, waren alle aus dem Häuschen, wie die Fernsehbilder ja auch zeigten.

Ich geben zu, es war ja nicht mal ein wirklich spannendes Spiel. Zu deutlich dominierten Kira und Laura das Geschehen.

Schon bei 18 Punkten im 2. Satz konnte ich beruhigt die deutsche Fahne herausholen und den Fotoapparat anschalten.

Die Bilder der Mädels mit der Fahne sind dann ja auch um die Welt gegangen.

Die eiligst organisierte Feier in der 23. Etage des Cesar Rio Park Hotel, mit Pool und schönem Blick auf den Strand von Ipanema, begann wegen Medienverpflichtungen und Dopingkontrolle für die Protagonistinnen etwas spät. Während die Feiergemeinde geistigen Getränken zusprach und auf die Medaillen wartete, kam keine Stimmung auf. Die Chill out Musik wirkte eher beruhigend, Änderungswünschen konnten die Betreiber mangels Auswahl nicht entsprechen. Als die Mädels kamen, wurde gekreischt und gesungen, eifrig aufgenommen von den Medien und deren durstigen Vertretern. Während die Vertreter des DVV (Volleyball Verband) allen Teammitgliedern eine Goldmedaille – ein Imitat aus Kunststoff, leicht, aber äußerlich dem Original täuschend ähnlich, überreichte und die geleistete Arbeit würdigten, planten die Fans schon Übles.

Und wie nicht anders zu erwarten landete zunächst Laura in voller Montur im Wasser, dann folgten Fans, Kira, der Verbandpräsident und schließlich holte mich Kira, und wir sprangen, nachdem ich mich weitgehend entkleiden durfte, ins kalte Wasser.

Einige Drinks später verabschiedeten sich die ersten und die Runde löste sich langsam auf. Unser Taxifahrer brachte uns zum Olympischen Dorf, wo wir bei Sonnenaufgang ankamen und vollständig unkontrolliert mit Sack und Pack durchgewunken wurden und alle auf unsere Medaillenimitate schielten. Im Dorf begrüßten mich früh Sport treibende Bewohner und beglückwünschten mich zu Medaille? ! Komischen Gefühl, wenn man mit meiner Statur in meinem Alter für einen Medaillengewinner gehalten wird…

Ein bisschen Schlaf, dann war der Postgang angesagt. Man glaubt kaum, welche Postenträger und Ämter sich plötzlich melden. Ein persönliches Schreiben des Bundespräsidenten, des Innenministers, der lieber zum Supercup im Fußball geht, als die Olympiamannschaft zu besuchen, von Sportverantwortlichen und Politikern aus Stadt und Land der Siegerinnen fühlen sich bemüßigt schriftlich zu gratulieren.

In diesem Zusammenhang danke ich allen, die mir geschrieben haben und vergeblich auf Antworten per SMS, Whatsapp oder Email warten, ich hatte bisher keine Zeit zu reagieren. Und muss auch jetzt zur Pressekonferenz im Deutschen Haus…

Mehr dann morgen…

Wir haben noch nicht fertig…

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Das Halbfinale war nicht leicht, auch wenn es am TV so aussah. Die Vorstartspannung war deutlich zu spüren, schon beim Einspielen.

Auf dem Feld gegen die Mehrheit der Zuschauer und sehr einseitige Moderatoren lief es besser. Schnelle Punkte zum Anfang ließen die Nervosität schnell schwinden. Allerdings war uns Brasilien am Anfang in Bezug auf Aufschlag und Annahme etwas überlegen. Dafür hat Laura die bessere Abwehrarbeit geleistet und auch Kiras Block was besser als der von Talita. Die Führung auszubauen gelang keiner Mannschaft. Im zweiter Drittel des Satzes hatte Brasilien eine gute Phase, aber Kira und Laura konnten zurückfighten und zum Satzende dominieren. Erster Satz für uns- das beruhigte unsere Mädels und setzte die Brasilianerinnen unter noch mehr Druck. Was ihnen gegen die Schweiz gelang, nämlich das Spiel offen zu halten und sogar Matchbälle abzuwehren, dazu bestand heute keine Chance. Im zweiten Satz spielen unsere Mädels frech und selbstbewusst, Larissa und Talita machten zunehmend Fehler, so dass das Ergebnis entsprechend deutlich ausfiel.

Silber haben wir also schon und das können wir nicht mehr verlieren. Insofern haben wir morgen keinen Druck. Aber eigentlich wollen wir das Lied nicht nur vor dem Spiel hören, sondern eigentlich nach dem Finale. Morgen also früh schlafen gehen und dann früh um 5 Uhr aufstehen, Fernsehen einschalten, uns die Daumen drücken, und dann hoffentlich mit einem Lächeln zur Arbeit gehen…

Nachtrag: Inzwischen haben sich Agatha und Barbara, angefeuert von frenetischem Publikum in einen Flow gespielt und die hohen Favoriten aus den USA in zwei Sätzen vom Platz gefegt. Agatha/Barbara sind amtierende Weltmeisterinnen, haben aber in dieser Saison bisher eher durchwachsene Ergebnisse erzielt und sogar in der Vorrunde gegen die Spanierinnen verloren. Nun scheinen sie auf den Punkt topfit und haben gezeigt, dass sie jeden schlagen können. Jetzt wird das Finale noch einmal schwerer. Dieses brasilianische Team ist sehr flexibel, kaum auszurechnen und schlägt extrem gut auf. Außerdem ist das bekanntermaßen unfaire Publikum gegen uns. Heute wird es auf das Momentum ankommen. Ich hoffe unsere Mädels können die Zeitumstellung (Spielbeginn, 8 Stunden später als am Vortag) meistern und der Welt zeigen, was sie drauf haben. Das Ergebnis ist offen.

Ein gebrauchter Tag

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Die Nacht war um 4:45 Uhr zu Ende. Australier meinten eine Party am Pool zwischen den Häusern machen zu müssen und waren so laut, dass ich aufgewacht bin und nicht mehr einschlafen konnte. Aus dem Fenster brüllen, was meine erste Idee war, macht wenig Sinn, wenn danach alle wegen meines Gebrülls wach sind. Also machte ich mich an die Arbeit und versorgte die handelnden Personen im Team mit den in der Nacht publizierten Infos zu Trikotfarbe und Spielansetzung, arbeitete meinen Emailaccount leer und stand früh auf.

Danach die übliche Runde durch die Büros,  die bestellten Eintrittskarten abholen, Postfach leeren, Liste mit den Rückflügen an den DOSB mailen. Seit gestern wird die Rückreise geplant. Wer in welchem Flieger sitzt, wer wann in Frankfurt ankommt und wer an der Willkommensfeier teilnimmt, wer welchen Weiterflug braucht etc…

Anschließen Führung von Gästen durchs Dorf, weitere Telefonate um die externen Appartements zurückzugeben, die Möglichkeiten auszuloten, wo man nach einer Siegerehrung um 1:30 Uhr und nachfolgender Dopingprobe ggf. noch feiern kann.

Nach dem Mittagessen durfte ich auf Vermittlung von Julius Brink einen mir seit Jahren bekannten ARD-Reporter behandeln, der Hilfe benötigte, allerdings im Büro in der internationalen Zone, da der gute Mann das Dorf nicht betreten darf.

Dann ging es zum Boxen mit Sitzplatz in der Athletenecke. Dass Frauenboxen olympisch ist, mag man hinnehmen, allerdings ist die Qualität im Amateurbereich mit dem, was eine Regina Halmich oder Susi Kentikian abliefern, nicht zu vergleichen. Auch in den leichten Männerklassen war es oft nicht mehr als eine gewöhnliche Klopperei. Immer wenn Franzosen boxten, stand die Riege der ausnahmslos farbigen Franzosen auf, versperrte allen anderen rücksichtslos den Blick und war auch mit gutem Zureden nicht dazu zu bewegen, sich zu setzen, im Gegenteil, sie wurden aggressiv, -Boxer eben.

Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Generation französischer Migrantennachkommen diejenigen sind, die der Staatsgewalt in Frankreich durchaus immer wieder Probleme machen. Verzogene Egoisten ohne jeglichen Anstand. Das erste Mal bei Olympia, dass ich solche Leute als Teilnehmer getroffen habe.

 

Das Boxen war durchaus kurzweilig, allerding konnte ich viele Urteile nicht nachvollziehen und die Zuschauer überwiegend auch nicht. Der Knaller war das 91-kg Schwergewichtsgefecht um die Goldmedaille. Der Kasache Vassily Levit war der klar bessere Boxer, der Russe Tishchenko bekam Prügel und lief viel rückwärts. Am Ende bekam er Gold, die Halle tobte und buhte, außer den russischen Fans natürlich, IOC-Präsident Bach verließ, wie fast alle Zuschauer, fluchtartig die Halle noch vor der Siegerehrung, die wirklich ungerecht ist. Mein Eindruck wurde durch deutsche Boxer bestätigt, die ich im Fahrstuhl traf. Boxergebnisse werden teils nach nicht nachvollziehbaren Kriterien vergeben.

Inzwischen hat das Wetter gewechselt. Heute morgen war es noch warm und wolkenlos, inzwischen regnet es. Der Wetterwechsel kündigte sich, wie zuletzt schon, durch Sturmböen an. Mülleimer fuhren auf ihren Rollen selbstständig die Straße lang, alle Schilder im Busbahnhof wehten um, die Bäume standen schräg, die Banner an den Häuser machten sich teils selbstständig. Der Sicherheits-Zaun wehte meines Wissens nach diesmal aber nicht um;-)).

Nach dem Abendessen versuchte ich meine Wäsche aus der Wäscherei zu holen. Allerdings fand man genau einen Wäschebeutel (es gibt blaue für Buntwäsche und weiße für weiße Wäsche), und der zweite, den ich gleichzeitig abgegeben habe, war nicht im System gespeichert. Also durfte ich eine zweistellige Anzahl an Wäschebeuteln durchschauen, bis ich tatsächlich meinen wiederfinden konnte.

Dann erreichte uns die Nachricht, dass der verunglückte Kanute Stefan Henze verstorben ist. Das war nach den vorliegenden internen Informationen zu erwarten gewesen, dennoch ist es für die Stimmung nicht schön. Trauerflor darf man nach IOC-Statuten nicht tragen, dennoch konnte die Mannschaftsleitung erreichen, dass an allen Wettkampfstätten die deutsche Flagge morgen auf Halbmast weht. Falls Sie sich bei den Fernsehbildern morgen wundern, dann wissen Sie jetzt den Grund.

Stichwort morgen: 16:00 Uhr brasilianische Zeit, also 21:00 Uhr in Deutschland werden wir es mit Talita/Larissa zu tun haben, die schon Borger/Büthe in der ersten K.O.-Runde eliminiert haben. Ein Sieg würde bedeuten, dass wir Silber sicher hätten. Das ist der Plan. Allerdings geht es gegen die Nummer Eins der Olympiaqualifikation und die Lokalmatadoren (Talita stammt aus Rio), sowie gegen geschätzt 15000 Zuschauer. Es wird  das alles andere als ein Selbstgänger. Machen Sie sich auf ein spannendes Spiel gefasst. Und:

Drücken Sie uns die Daumen !!! Wir können es gebrauchen…

Halbfinale!!!!!!! Schon heute wurde Geschichte geschrieben…

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… aber Story ist noch nicht zu Ende.

Nachdem das Achtelfinale gegen die Schweiz im ersten Satz zu einer Zitterpartie wurde, danach aber die Sicherheit und vor allem der Aufschlag wieder kam, hatte die beiden Schweizerinnen im zweiten Satz keine Chance. Ein letztlich souveräner Sieg, der zwar zwischenzeitlich ein bisschen holperig war, aber letztlich eindeutig ausfiel.

Heute ging es dann gegen Kanada. Das letzte Duell der beiden in Porec hatten die Kanadierinnen gewonnen. Pavan, mit 1,96m die längste im Frauenbeachvolleyballturnier, hat schon einen beeindruckenden Block und die Abwehrspielerin hat es bei einem solchen Block leichter, das Feld zu verteidigen.

Entsprechend angespannt waren wir alle. Ein neunter und ein fünfter Platz bei Olympia ist das bisherige Standartergebnis der Damen gewesen. Das wollten wir auf keinen Fall noch einmal.

Ich kann melden, dass beide Spielerinnen im bisherigen Turnierverlauf durch die Pflege von Physiotherapeut Jochen Dirksmeyer immer stabiler geworden sind und auch die Menge an Tape, die vor dem Spiel verklebt wird, rückläufig ist. Immer weniger muss ich bei den jeweiligen Check-ups vor dem Spiel korrigierend eingreifen.

Nun also zum Spiel gegen Kanada. Es begann wieder ein bisschen holperig, keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Es gelang den Block von Sarah Pavan zu umspielen und ihr wenig Gelegenheit zu geben, sich auszuzeichnen. Die kleine Abwehrspielerin hatte zunehmend Probleme mit unseren wirklich guten Aufschlägen und so wurde es mit einer souveränen Leistung ein unerwartet deutlicher Sieg mit zweimal 21:14.

Die Körpersprache der Kanadierinnen ab Mitte des zweiten Satzes war eindeutig. Sie waren völlig überfordert mit dem Druck, den Kira und Laura aufbauen konnten.

Die Freunde ist groß im deutsch en Lager: Noch nie zuvor hat ein deutsches Damenteam die letzten Vier bei Olympischen Spielen erreicht. Und wir freuen uns auch, dass wir jetzt auf jeden Fall noch zweimal spielen dürfen.

Leider nicht gegen unsere Freunde und Trainingspartner, die Schweizerinnen. Sie hatten gegen die Favoriten aus Brasilien 4 Matchbälle im zweiten Satz und konnten dennoch nicht gewinnen. Nun haben Talita und Larisse (BRA 1) sicher viel neues Selbstvertrauen gewonnen und das Halbfinale wird auch wegen der sehr einseitigen Zuschauer extrem schwer.

Morgen ist frei, da nur die Männerviertelfinals gespielt werden. Wir erwarten Gäste im Dorf und für den Nachmittag habe ich Eintrittskarten für das Boxen bestellt – wenigsten eine andere Sportart möchte ich hier sehen.

 

Sonstige Neuigkeiten:

Die Lage in Rio wird immer brisanter. Dabei sind keine Terroristen das Problem, sondern Einheimische. Das BKA hat heute eine Warnmeldung an alle rausgegeben, die ich Ihnen gerne einmal zum Mitlesen zitiere:

„…in Anbetracht der aktuellen Sicherheitslage (vermehrte Überfälle und Diebstähle auch in den Zentren sowie auf Verkehrsmittel sowie Schusswechsel in verschiedenen Teilen der Stadt) bitten wir euch dringend darum, die Mitglieder eurer Teilmannschaften nochmals eindringlich auf die erläuterten Vorsichtsmaßnahmen hinzuweisen. Insbesondere sollte –bei allem Verständnis für den „Feiermodus“ – auch hier ein verantwortungsvolles und immer kontrolliertes Vorgehen (Alkoholkonsum, Rückkehrzeit, Kommunikation im Team) selbstverständlich sein.“

 

In einigen Teilen Rios sind Spezialkräfte gebündelt und haben heute z.B. eine Favela „gesäubert“, weswegen unser Bus einen anderen Weg fahren musste.

An der Copacabana rotten sich Banden mit bis zu 50 Mitgliedern zusammen und rauben Touristen aus- die Polizei hat dort kapituliert (Zitat BKA).

Falsche Polizisten haben mit einer Straßensperre das Taxi amerikanischer Schwimmer angehalten und diese ausgeraubt.

 

Ich bekomme nicht mit, was neben der Sportberichterstattung in Deutschland davon ankommt, aber ich sehe hier täglich, das Brasilien nicht reif war, die Spiele so auszurichten, wie wir und alle anderen es erwarten. Ich bin sehr gespannt, was der IOC-Präsident sagen würde, wenn man ihn darauf anspräche. Nach seiner Verlautbarung sind das hier die besten Spiele, die es je gab. Nach Auffassung derer, die einen Vergleich haben, sicher die schlechtesten.

 

Auch unsere neue Housekeeping-Firma erscheint nur sporadisch. Inzwischen putzen einige Teams selbst. Handtuchwechsel, Bettzeugwechsel: Fehlanzeige. Toiletteneimer leeren: nur auf direkte persönliche Aufforderung durch Gesten, da eine Kommunikation in der Regel nicht möglich ist.

Gestern habe ich es nicht mehr ausgehalten und bin zu Golden M gegangen, die eine Dependance in der internationalen Zone unterhalten, in der Akkreditierte kostenlos BicMäc und Konsorten ordern können. Die Schlage ist ca. 100 m lang, ich habe 55 Minuten gewartet bis ich die Bestellung aufgeben konnte, dann weitere 10 Minuten bis ich mein Fastfoodbeutel bekam.

Aber erstmals in Brasilien konnte man sich darauf verlassen, dass es so schmeckt , wie es aussieht und man es kennt und erwartet.

Und dann habe ich fast 2000kcal auf einmal gegessen, upps…

Erste Hoffnungen begraben

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Nachdem sich Böckermann/Flüggen im letzten Gruppenspiel gegen Russland erwartungsgemäß nicht durchsetzen konnten, ist für sie das Abenteuer Olympia als Aktive zu Ende. Die Bürde, nicht nur gewinnen zu müssen, sondern auch mindestens 12 Punkte gut machen zu müssen, erwies sich als schwere Last auf den Schultern. Die Russen machten sehr schnell klar, dass sie nicht auf ein knappes Ergebnis hoffen, sondern aus eigener Kraft das Weiterkommen sichern wollten. So bleibt den beiden nur, sich endlich mit den Freunden und Bekannten zu treffen, die nach Rio gekommen sind, mit ihnen gemeinsam die verbliebenen Teams zu unterstützen und sich vielleicht die eine oder andere Sehenswürdigkeit Rios oder andere Sportarten anzusehen.

Bei den Damen gelangen Borger/Büthe nach der Niederlage gegen Kanada wenigstens der Einzug ins Lucky Loser-Finale, wo Venezuela keine wirkliche Hürde darstellte.

Bei der Auslosung wollte es das Schicksal, dass der weitere Gegner vom Ausgang der Partie zwischen Tschechien und Russland abhing, da festgelegt ist, dass niemand in der ersten K.O.-Runde auf eine Mannschaft treffen darf, gegen die sie im Pool bereits gespielt hat. Hätte Tschechien gewonnen, wären Borger/Büthe auf Spanien getroffen, eine vermeintlich lösbare Aufgabe. Da aber die Russen Tschechien besiegten, lautete unser Gegner Brasilien, und zwar das vermeintlich bessere Team des Gastgebers, Larissa/Talita. Gegen diesen Gegner in dessen Land vor einem sehr einseitigen Publikum zu spielen, ist eine besondere Situation. Zum einen werden die Gegner Brasiliens beim Aufschlag ausgebuht, zum anderen wird jeder brasilianische Punkt in ohrenbetäubender Lautstärke abgefeiert, natürlich unterstützt von den brasilianischen Moderatoren im Stadion. Bei brasilianischen Punktgewinnen hört man das nervige Geknatter der Luftüberwachung – es sind ständig Hubschrauber in der Luft, teils direkt über der Arena- für kurze Zeit nicht.

Borger/Büthe lieferten ihre beste Turnierleistung ab, aber scheiterten am Ende an einer etwas zu hohen Eigenfehlerquote. Platz 9 entspricht nicht den Erwartungen des Teams und auch nicht den eigenen Ansprüchen.

In der Abschlussbesprechung erfolgte die einvernehmliche Trennung vom Trainer Srdjan Veckov, der in Erwartung der zweiten Vaterschaft ein dringendes Bedürfnis hat, nach Serbien zurückzukehren.

 

Damit ist nur noch ein Team im Wettbewerb, auf das nun alle Augen gerichtet sind. Kira/Laura treffen heute auf die Schweiz. Eine eigentlich gut lösbare Aufgabe, aber keineswegs ein Selbstgänger. Die Schweizer sind taktisch und psychologisch von ihrem deutschen Trainerstab bestens vorbereitet. Außerdem hat man diverse Trainings gemeinsam abgehalten und kennt sich gut.

In Brasilien bedeutet 15:oo Uhr Spielbeginn, beim heutigen Wetter durchaus eine Hitzebelastung, in Deutschland können Sie das Spiel live zur besten Sendezeit am Abend sehen.

 

Was gibt es noch zu berichten?

Die beiden letzten Tage waren wirklich anstrengend. Um 23:00 Uhr zu spielen bedeutet, dass wir danach noch die Spieler ausbehandeln und erst den 1:15-Suttle ins Dorf bekommen, wo wir gegen 2:30 Uhr ankommen. Das war am Mittwoch. Bis nachts um 2 Uhr auf die Ansetzung der Spiele zu warten, die zwar ausgelost sind, aber je nach Angebot der Fernsehanstalten für Übertragungszeiten angesetzt werden, bedeutet den allerletzten Shuttle um 2:15 Uhr ab Copacabana zu nehmen und um 3:30 Uhr im Dorf anzukommen, wissend, dass das nächste Spiel um 16:00 Uhr angesetzt ist, was real bedeutet, dass wir den Bus zum Stadion um 12 Uhr nehmen müssen. Bleiben also 8 Stunden um zu essen, schlafen, duschen, die Handys zu laden, die nötigen Administration im Mannschaftsbüro abzuwickeln, die täglichen Zugangsberechtigungen für Wettkampfstätte und Olympisches Dorf zu organisieren, und sich mit dem Team zu besprechen. Außerdem kommen immer wieder Wünsche nach Eintrittskarten auf mich zu, die ich mit dem Mannschaftsbüro abgleichen und abwickeln muss.

Schlafmangel wird somit ein zunehmendes Problem. Essen dagegen weniger. Es schmeckt einfach nicht in der Dining Hall, es gibt seit nun 2 Wochen täglich das gleiche Essen, die Variationen sind bescheiden. Da freue ich mich wirklich darauf, wieder zu Hause selbst zu kochen.

In der zum Spielfeld hin offenen Kommentatorenkabine, in der auch deutsches Personal arbeitet, hing vor dem Spiel gegen Talita/Larissa ein Din-A-4 Blatt mit folgender Aufschrift:

BRA 1

GER 7

Der unmissverständliche Hinweis auf das legendäre Fußballresultat von vor 2 Jahren, das bei den Brasilianern noch tief unter die Haut geht, wenn man es anspricht.

Anett, die Sportpsychologin von Kira und Laura hat heute Geburtstag.

Es regnet im Gegensatz zu den beiden letzten Tagen voraussichtlich nicht.

9. August – ein volleyballhistorisches Datum

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Vor 4 Jahren, um 22:00Uhr in London, war es geschafft, Olympiasieg für Jonas und Julius.
Gestern musste ich den Trainer der beiden, der heute mit Kira und Laura Ähnliches anstrebt, daran erinnern. So flüchtig sind Ereignisse, dass man sie nicht mehr auf dem Schirm hat, obwohl es für Volleyball-Deutschland (bisher) nichts Vergleichbares gab und gibt. Heute können Sie die Jungs live als Kommentatoren erleben.
So positiv die Erinnerungen sind, im Hier und Jetzt müssen wir uns der Realität stellen.
Nachdem die Jungs gegen Holland knapp verloren, machen es Britta und Karla besser.
Nach einem etwas wackeligen ersten Satz gegen NED 2, der mit 21:19 gewonnen wurde, kam zunehmend Sicherheit in die Aktionen. Wir erlebten eine Karla Borger „on fire“, während Britta ein bisschen länger brauchte, bis sie sich stabilisierte.
Am Ende stand ein ungefährdeter Sieg mit einer ansprechenden Leistung. Nun kann gegen Kanada sogar noch vom Gruppensieg geträumt werden, obwohl die Kanadierinnen bisher ungeschlagen sind.
Kira und Laura, die ihren Fokus auf die K.o.-Runde legen, absolvierten tagsüber ein intensives Training und zeigten dann auf dem Feld, dass sie in der Gruppe nicht fürchten müssen, in ernsthafte Schwierigkeiten zu kommen. In der nächsten Runde sind sie schon, der Gruppensieg ist das erste Zwischenziel.
Heute Abend, 23 Uhr Ortszeit (entsp. 4 Uhr früh in Deutschland) kommt es zum Showdown gegen Russland, allerdings mit ungleichen Vorzeichen. Markus und Lars müssen nicht nur gewinnen, sondern, um weiter zu kommen, müssen sie 12 Punkte besser sein als die Russen. Das wird ein hartes Stück Arbeit.

 
Nachrichten aus dem Dorf

Die Reiningungsfirma, die unsere Unterkünfte in Stand halten soll, wurde von ihrem Auftrag entbunden. Eine andere wird diesen Aufgabenbereich nun wahrnehmen. Erste Konsequenz: ich habe nach 12 (!) Tagen endlich einen Spiegel im Bad und sehe nach der Rasur nicht mehr aus, als sei ich in einen Dornenbusch gefallen.
Mittagsschlaf wird zunehmend zur Pflicht, weil man anders die Nächte nicht übersteht. Spielbeginn 23 Uhr bedeutet 19:1o Uhr in den Bus steigen, 20:15 Uhr an der Copacabana ankommen, dann die Spieler auf den Wettkampf vorbereiten. Dann die Damen ansehen, die um die Zeit trainieren, und evtl. vorhandene Probleme lösen. Ab 22:45 sitze ich am Feld und betreue Lars und Markus im Spiel. Gegen Mitternacht sind die beiden fertig, und, soweit keine überlange Medienprozedur erfolgt und wir nicht zur Dopingkontrolle ausgelost werden, können wir den 0:15-Shuttle oder den 1:15-Shuttle ins Dorf bekommen. Ankunft dort entsprechend 1:15 bzw. 2:15, dann Essen, dann behandeln, dann gegen 4 Uhr schlafen, hoffentlich. Jedenfalls kann ich voraussichtlich ausschlafen, da morgen früh keine Sitzung angesetzt ist. Allerdings kann es einen telefonisch treffen. So auch heute, als ich zu einer konsiliarischen Behandlung einer luxemburgischen Athletin gerufen wurde. Dann muss man seinen Verpflichtungen nachkommen und den Schlaf wann anders zu finden versuchen.

Besonders heikel dürfte es morgen Nacht werden, wenn die Vorrundenspiele abgeschlossen sind und die Hauptrunden ausgelost werden. Als offizieller Verbandsfunktionär muss ich anwesend sein und nicht nur verfolgen, wer unsere Gegner sind, vielmehr muss ich warten bis feststeht, WANN wir spielen. Die Entscheidung wird weitgehend von den Fernsehübertragungszeiten abhängig sein. Je nach dem ob man jemanden aus den USA oder Kanada bekommt, werden die Spiele sehr spät sein, trifft man auf Brasilien ist es eher tagsüber. Diese Information muss an die Teams gegeben werden, die sich entsprechend vorbereiten müssen. Allerdings werden die Teams schlafen und dann kurzfristig nach Absprache mit den Trainern informiert. Die Trainer ihrerseits müssen mit dem Videoscout die neuen ausgelosten Gegner noch nachts analysieren und sich eine Taktik zurecht legen, die sie ihren Teams am Morgen nahebringen. Und weil jedes Team einen eigenen eingeübten Countdown vor einem Spiel hat, müssen die weitergekommenen Teams und die Medizin koordiniert werden, denn kein Team geht auf´s Feld, ohne dass es von Physio und Arzt gesehen und gecheckt wurde.
Nach der Auslosung ist der weitere Weg dann klar: wer gewinnt kommt weiter, wer verliert ist raus. Und da der Baum, den man runterspielt feststeht, sind alle möglichen Gegner auch frühzeitig bekannt. Noch hoffen wir alle, dass wir am 17. noch dabei sind. Das würde bedeuten, dass wir um Medaillen spielen.

Gleich fahre ich raus zum Venue, der Countdown von Lars und Markus läuft…

Tolles Spiel – keine Belohnung

Eduardo Tinoco Leiter der Zahnklinik im Olympischen Dorf

Gegen die Weltranglistenzweiten Brouwers und Meuwsen spielten Lars und Markus nach kleinen Startschwierigkeiten überzeugend. Endlich zeigten sie auch bei Olympia, was sie wirklich drauf haben und dass sie zu Recht hier sind. Schade nur, dass am Ende des dritten Satzes die Kaltschnäuzigkeit fehlte, den „Sack zu zumachen“.

Auch wenn man mit der Leistung zufrieden sein kann, die Niederlage bedeutet faktisch, dass unsere Chancen, im Turnier der Herren vertreten zu bleiben, sehr gering sind. Wir müssten die Russen mit mindestens 12 Punkten Differenz (in beiden Sätzen zusammengerechnet) schlagen. Das ist nicht unmöglich, aber wenig wahrscheinlich.

Im Spiel gab es die kleine Verletzungsauszeit, weil Markus ein funktionelles Knieproblem bekam, dass ich aber schnell beheben konnte.

 

Für die Kenner der Szene unter Ihnen, die schon ein paar Jahre mehr auf der „Uhr“ haben: Ich habe Dr. Eduardo Tinoco getroffen.

Wen? Eduardo spiele in den 90er Jahren als Volleyballprofi in Deutschland und startete am Strand mit Hauke Braak.

Eduardo ist Zahnarzt und betreibt eine Praxis in Rio de Janeiro. Während der Olympischen Spiele ist er der Leiter der Zahnambulanz im Olympischen Dorf, die von 7 Uhr bis 23 Uhr täglich geöffnet hat. Eduardo spricht immer noch fließend Deutsch und hat zwar viele Haare, aber nicht seinen Charme verloren.

 

An dieser Stelle sei einmal beschrieben, was hier im Dorf medizinisch abgeht.

Es ist eine Poliklinik eingerichtet worden, die einen hohen Standard hat

Auf Wunsch des IOC bietet Rio einen Zahnarztservice incl. Versorgung an, es gibt neben allen möglichen Notfallbehandlungseinheiten, Augenärzte, Internisten, Chirurgen, Radiologen, Labormedizin. Zwei Magnetresonanztomografen (MRT) stehen hier und sind rund um die Uhr im Einsatz.

Das IOC will den Athleten und Funktionären der Länder, in denen eine gute medizinische Versorgung nicht selbstverständlich ist, eine Möglichkeit geben sich untersuchen und behandeln zu lassen. So edel dieser Gedanke ist, so ungerecht ist es, dass der Veranstalter, Rio 2016, die Zeche zahlt und die Betroffenen keinerlei Beteiligung an den Kosten haben. Auch das IOC, das wahrlich genug Geld mit den Spielen verdient, zahlt, nach Aussage von Eduardo, nichts dazu.

Um ein Beispiel zu sagen: in den ersten beiden Tagen nach Eröffnung der Poliklinik sind 600(!) Zahnbehandlungen bei „überwiegend Afrikanern und Osteuropäern“ durchgeführt worden. Dabei geht es nicht nur um Diagnostik und Prophylaxe, es wird realer Zahnersatz geleistet. Die Patienten sind im Wesentlichen Funktionäre, weniger Athleten und genauso sieht es im MRT aus. Das ist permanent „verstopft“ von Verbandsfunktionären aus Entwicklungsländern und osteuropäischen Staaten mit schlechtem Gesundheitssystem. Wenn man dann wirklich notfallmäßig eine Diagnostik braucht, muss man ärztlicherseits massiv intervenieren (macht bei uns Prof Wohlfarth ausgezeichnet), um die  nötige Untersuchung zu bekommen.

 

In unserer medizinischen Zentrale nimmt der Andrang auch zu. Die Verbände, die keinen Arzt dabei haben, werden dort medizinisch versorgt, auch die Physiotherapie ist mit Klaus Eder (bekannt von der Fussballnationalmannschaft) und seinem Team vor Ort. Wir Ärzte, die einem Verband zugeordnet werden, betreuen zunächst einmal unsere eigenen Athleten, aber wir schieben Dienst in der Zentrale, wenn wir aus dem Wettkampf sind.

Unschöne Fußnote: Ich bin genau einmal an einem Geldautomaten gewesen und habe brasilianische Real gezogen. Was auf all meinen Reisen, egal wo auf der Welt, nie passiert ist, erwischte mich in Rio an der Copacabana: man hat dabei scheinbar meine EC-Karte ausgelesen und mich am Folgetag in den USA um knapp 600€ erleichtert. Also ist jetzt die EC-Karte gesperrt, ich sitze hier jetzt rum und leihe mir Geld. Glücklicherweise ist man als „Jokerkunde“ meiner Bank in der komfortablen Situation einen Extraservice zu genießen, der einem auf Wunsch zeitnah und kostenfrei eine ordentliche Geldsumme zur Auszahlung anweist.

In so fern: es gibt Schlimmeres.

 

Heute geht´s für Britta und Karla schon um alles. Siegen sie gegen die Holländerinnen, ist noch alles möglich verlieren sie, dürfte auch für sie das Turnier vorzeitig zu Ende sein.

Kira und Laura spielen zuerst – für Sie In Deutschland um 23:30h-  gegen Canada 2, die Stuttgarterinnen treffen danach um 2Uhr deutscher Zeit auf die Niederlande 2.

Erste Runde gespielt…

Wettkampfstätte Copacabana bei Tag

Nun sind alle im Wettkampf. Den Anfang machten Böckermann/Flüggen, die gegen Polen deutlich verloren. Im ersten Satz fanden die beiden nicht ins Spiel und gingen sang- und klanglos unter. Auch die einfachsten Elemente klappten nicht. Im zweiten Satz setzte sich das zunächst fort, allerdings ließen die Polen ein bisschen nach und Bö/Flü stabilisierten sich. Bei 20:20 kam es zum Gleichstand und eigentlich sprach das Momentum für uns. Aber zwei direkte Aufschlagfehler, die die Verunsicherung unserer Spieler widerspiegeln, ermöglichten den Polen das letzte Break.
Tief enttäuscht zeigten sich die beiden Protagonisten und fanden als Erklärung die Tatsache, dass sie nach der erfolgreichen Qualifikation in Hamburg verletzungsbedingt über 2 Wochen kein Balltraining absolvieren konnten und ihren Rhythmus verloren. Und genauso sah auch das Spiel aus. Automatismen, Dinge über die man aktiv nicht nachdenken muss, klappen auf einmal nicht mehr. Und kleine Ungenauigkeiten häufen sich dann an und erschweren es, den Punkte zu machen. Und natürlich kommt auch Aufregung dazu, wenn man erstmals bei Olympia spielen darf. Aber die hatten die Polen sicherlich auch.
Gestern dann der erste Auftritt von Ludwig/Walkenhorst. Gegen ein ägyptische Team, das sich über eine Afrika interne Ausscheidung für die Spiele in Rio qualifizieren konnte und noch nie vorher auf der Welttour präsent war, war es seit langem wieder einmal ein Spiel gegen eine Mannschaft, von der man keine Videoaufzeichnungen hatte. Die Vorbereitung auf das Spiel lief dementsprechend anders als „normal“. Eine der beiden, erst 18 und 19 Jahre alten Ägypterinnen spielte konsequent mit Kopftuch – auch ein Novum im olympischen Beachvolleyball.
Das Spiel ist schnell erzählt: Die Ägypterinnen zeigten, dass sie das Spiel verstanden haben und wussten, was sie wollten. Ihr Aufschläge waren durchaus konkurrenzfähig und sie spielten angstfrei auf. Am Ende war es klar, dass weder technische Fähigkeiten noch Athletik ausreichen konnten, eine wirklich nicht gut spielendes Team Walkenhorst/Ludwig zu gefährden. Auf unser Team bezogen ist noch deutlich Luft nach oben. Die Eigenfehlerquote war für ein Spiel gegen ein Topteam eindeutig zu hoch, auch Aufschläge können wir besser. Aber es ging darum zu gewinnen und sich an die Atmosphäre zu gewöhnen. Und das hat geklappt.
Im letzten Spiel trafen Borger/Büthe auf die Schweizerinnen Heidrich/Zumkehr, die vom ehemaligen deutschen Topspieler Christoph Dieckmann trainiert werden. Borger/ Büthe bekamen ihre Nerven nicht in den Griff und ließen sich im ersten Satz verhauen. Im zweiten wurde es zwischenzeitlich etwas besser, aber das Team fand nie in den Rhythmus, konnte keinen Druck erzeugen und machte sich das Spiel mit einen schlechten Annahme ein ums andere Mal selbst schwer. Positive Nebenerfahrung: von 3 Challenges waren 2 erfolgreich.
Für die Leser, die sich nicht so auskennen:

Erstmals kann ein Team eine Schiedsrichterentscheidung anfechten und um eine Videokontrolle bitten. Wenn man also meint, der Block habe den Ball berührt oder der Ball sei, anders als der Schiedrichter ihn entschieden hat, drin oder doch aus gewesen, wenn man glaubt ein Netzfehler wurde übersehen, dann kan man den Videobeweis (Challenge genannt) fordern, Das darf zweimal im Satz passieren. Ist der Einspruch nicht zutreffend, reduziert sich die Anzahl der Challenges, bei zwei unerfolgreichen Videokontrollen kann man in dem Satz keine weitere Challenge nehmen. Bei erfolgreichem Einspruch bekommt man nicht nur den Punkt und den Ball, sondern behält auch das Recht für einen weiteren Challenge. Die Entscheidung, einen Challenge zu verlangen muss innerhalb von 5 Sekunden nach Auftreten des Fehlers passieren. Man kann also nicht einen Ballwechsel fortsetzen und am Ende der Ralley sagen, ich möchte einen Challenge des Blocks vom Anfang des Ballwechsels. Das kann dazu führen, dass ein Spieler einen Ball auffängt und Challenge verlangt (signalisiert durch das Formen eines „C“ mit Daumen und Zeigefinger), während die Zuschauer sich wundern, warum der Spieler nicht weiterspielt.
In der Summe kann man sagen, dass Bö/Flü und Bo/Bü es nun schwer haben, sich auf einen der beiden besten dritten Plätze in den Gruppen zu spielen, die zum Weiterkommen in die k.o.-Runde berechtigen. Nichts ist unmöglich, aber Auftaktsiege beruhigen, und das hat nicht geklappt. Es wird umso schwerer, als beide Teams nicht annähernd gezeigt haben, was sie wirklich können. Aber so ist Sport, man muss zu einem bestimmten Zeitpunkt performen, wenn man das nicht hinkriegt, verliert man.
Heute haben die Jungs gegen die Exweltmeister von 2013 und Weltranglistenzweiten aus den Niederlanden nichts zu verlieren und morgen geht es bei Borger/Büthe, ebenfalls gegen die Niederlande, deren Coach pikanterweise der Lebensgefährte von Laura Ludwig ist, schon um alles.
Was gibt es sonst zu berichten:

Der Präsident des Deutschen Volleyball Verbandes war hier, ich habe ihn durch das Olympische Dorf geführt, damit auch Spitzen-Funktionäre einmal mit eigenen Augen sehen, unter welchen Bedingungen man hier lebt und arbeitet.
Es gibt weiterhin Kommunikationsschwierigkeiten, denn während die Jugend der Welt auf Kanälen wie Whatsapp-Gruppen und Facebook kommuniziert, hat der Teamleiter ein Handy, das ausschließlich zum SMS-tippen und telefonieren reicht. Armes Deutschland…
Ansonsten ist das Loch in der Decke im Eingangsbereich zu unserem Haus weiter nicht geschlossen, es tropft in aufgestellte Eimer, weil die Klempner die Leitungen seit mehreren Tagen nicht abdichten können. Gestern fiel der Strom aus und Fahrstühle steckten bis zu 40 Minuten fest, heute Nacht wurde wegen Reparaturen das Gas abgestellt.
Frisches Brot, täglich vom Deutschen Haus geliefert, macht das Frühstück besser und die Sportler können sich eine Stulle schmieren und müssen an den Wettkampfstätten nicht auf den von den Brasilianern gelieferten trockenen Weißbrotbaguettes rumkauen.
Starke Windböen ließen gestern nicht nur Blumentöpfe umkippen, es fiel auch einer der Sicherheitszäune im Busabfahrtsbereich auf ca. 30 Metern um. Ich glaube, das kann man unkommentiert stehen lassen.

Durch die späten Spielansetzungen, das letzte Spiel beginnt um Mitternacht (sportphysiologisch blödsinnig, aber aus TV-Gründen so angesetzt), verschiebt sich unser Arbeitstag in die Nacht. Wir sind normalerweise 2 Stunden von einem Spiel am Venue, was bedeutet mindestens 3 Stunden vorher den Shuttle aus dem Dorf zu besteigen, der einmal stündlich fährt. Nach dem Spiel müssen die Spieler zunächst den Journalisten Rede und Antwort stehen, dann erfolgen ggf. Dopingproben, so wie gestern bei Karla, die ich begleitet habe und dann erfolgt noch am Veranstaltungsort die „Ausbehandlung“. Unsere Spieler werden nicht nur direkt vor dem Erwärmen VOR dem Spiel physiotherapeutisch und ärztlich eingestellt und gecheckt, sondern auch NACH jeder Belastung, wie Traininig oder Spiel. Das führt dann dazu, dass wir nach einer dann noch folgenden Bussfahrt von einer Stunde (vorausgesetzt der Busfahrer weiß, wo er hin muss – gestern Nacht jedenfalls nicht), weit nach Mitternacht ins Dorf kommen. Spieler, die im Dorf wohnen, gehen dann noch essen (Essen gibt´s 24/7), Funktionäre manchmal auch, und dann geht man schlafen, wenn man kann oder setzt sich noch zu sammen und bespricht die Probleme der Teams.

Leider ist aber morgens die Nacht vorbei. Wenn es hell wird, kann ich schlecht schlafen und stehe auf. Immerhin habe ich ja noch den Job als Teamleiter und Pressattachee. Schlafmangel ist also eines der sich nun aufbauenden Probleme. Wenn zum Turnierende hin weniger Teams im Wettbewerb sind, reduziert sich die Arbeit auch kaum, weil die Spieler, die hier bleiben, natürlich weiter trainieren und gepflegt werden wollen.

Aber das wusste ich ja vorher…

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