Corona- Pandemie – know how – 27.3.2020

Es sterben in manchen Ländern deutlich mehr Menschen an Corona als in Deutschland. In Italien sollen es bis zu 10% der Infizierten sein, während sich in Deutschland die Zahl zwischen 0,5% und 1% einspielt. Ähnlich gering sind die Zahlen in Österreich.

Wie kann das sein?

Um über Sterberaten urteilen zu können, muss man verstehen, wie diese zustande kommen. Mathematisch teilt man die Summe aller aktuell Infizierten und wieder Genesenen durch die Anzahl der an der Krankheit Verstorbenen.

Beispiel:

80 aktuell Infizierte und 19 wieder Genesene und 1 Verstorbener bedeutet

80+19+1 (=100)/ 1(Verstorbener) = 1/100= 1%

Während man sich bezüglich der Berechnungsformel sicher sein kann, ist aber die Sicherheit und Stimmigkeit der Ausgangsdaten ein großes Problem.

Man kann zu den Infizierten nur diejenigen zählen, bei denen man einen (positiven) Test gemacht hat. Zu wenige Tests bedeuten zu wenige Daten. Außerdem machen viele die Krankheit durch ohne getestet zu werden. Die Dunkelziffer wird unter Ärzten mit Faktor 10 angenommen. Darüber hinaus wissen wir, dass es falsch negative Tests gibt, dass also jemand trotz der Erkrankung im Test nicht auftaucht. Man nennt die Eigenschaft eines Tests, die Erkrankten auch wirklich nachzuweisen, Sensitivität. Die liegt bei medizinischen Tests meistens um 97-99%. Das wird nach unterschiedlichen Quellen derzeit auch vom aktuellen Coronatest angenommen, der das Erbgut des NEUEN Coronavirus nachweist. Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass 1-3 von 100 Patienten trotz vorliegenden Coronainfekts nicht erkannt werden.

Bei den Erbguttests ist der Nachweis des Erbgutes, also ein positiver Test, immer der zutreffende Nachweis der Virus-RNA. Man kann also zeigen, dass man das Virus vom Probanden isoliert hat. Was man nicht sagen kann, ist, ob das Virus den Probanden auch krank macht, ob ein gesunder Mensch mit ausreichendem Immunschutz gegen Corona vielleicht das Virus transportieren kann ohne krank zu werden, ob es Menschen gibt, die mit ihrem gesunden Immunsystem das Virus ohne Krankheitszeichen schaffen, wie es von den meisten Kindern angenommen wird.

In Bezug auf die Eingangsfrage- von welcher Zahl an Infizierten gehen wir aus, um die Sterberate und damit die „Gefährlichkeit“ des Virus zu messen? –  wird klar, dass ein Land, dass wenig misst, auch wenig Fälle insgesamt hat. Und wenn man nur die Toten und schwer Erkrankten untersucht, dann wird man eine erhöhte Anzahl finden. So geschehen in Italien.

Auch in Deutschland werden nur symptomatische Patienten mit Corona-Kontakt  oder Aufenthalt in einem Risikogebiet getestet. Wenn man wenig getestet hat und deswegen wenige negative Tests hat, dann wird mathematisch die Zahl der Verstorbenen im Vergleich zu den bekannten Infizierten groß, und damit auch die Sterberate.

Da wir aktuell keinen breit verfügbaren Test haben, der uns zeigt, ob jemand die Krankheit aktuell durchmacht, oder erfolgreich durchgemacht und Antikörper gebildet hat, die ihn vor einer erneuten Infektion schützen, wissen wir nicht, wie viele Menschen bei uns oder anderswo Infiziert sind oder waren. Erst Jahre nach einer Epidemie oder Pandemie, wenn man Tests hat und die Durchseuchung der Bevölkerung messen kann, weiß man, wie groß die Dunkelziffer, also die Zahl derjenigen war, die die Infektion durchgemacht haben ohne in der Statistik aufzutauchen. Wenn man dann ungefähr die tatsächliche Zahl an Infektionen berechnen kann und die Zahl der Toten kennt, ergeben sich retrospektiv niedrigere reale Sterberaten.

Warten auf den Test

Was die Forschung also gerade sucht, ist ein Test, der die tatsächliche Erkrankung nachweist. Das tut man durch den Nachweis von Antikörpern im Blut. Diese bilden sich erst nach einigen Tagen. Deswegen hat man zwischen einem theoretisch positiven Virusnachweis und dem Nachweis, dass der Körper auf das Virus reagiert und Antikörper bildet, eine Zeitspanne. Inkubationszeit nennt man die Zeit zwischen Infekt (= Erregerkontakt) und dem Auftreten erster Symptome. Symptome sind die Reaktion des Organismus auf Erreger. Dabei reagiert zunächst unser unspezifisches Immunsystem, also die Zellen und Mechanismen, die von Geburt an vorhanden sind und die 90% aller Immunreaktionen machen. Sie bestehen aus Immunzellen, die keine Antikörper bilden. Es gibt also am Anfang Symptome durch die Freisetzung von Botenstoffen aus Immunzellen und Körperzellen, aber noch keine Antikörper. Die zuständigen B-Zellen produzieren nach Aktivierung innerhalb von 6-12 Stunden erste Antikörper. Diese sind zunächst unpräzise und durchlaufen einen Optimierungsprozess (somatische Hypermutation), so dass innerhalb von Tagen präzise an das Antigen bindende Antikörper der Klasse IgM, später der Klasse IgG gebildet werden. IgM werden nur im Erstkontakt mit dem Erreger gebildet oder bei Aktivierung chronischer Infekte. Darum wird der Nachweis eines IgM gegen einen Erreger als Beweis einer akuten Infektion gewertet. Leider gibt es 6 bekannte Coronaviren, die uns seit jeher befallen und gegen die viele von uns schon Antikörper haben. Schnelltests, die jetzt angeboten werden, sind daher oft auf die alten bekannten Antikörper reaktiv und beweisen NICHT die akute Corona-2019 Infektion. Um einen funktionsfähigen verwendbaren Schnelltest zu entwickeln, müssen die Komponenten identifiziert und isoliert werden, die das neue Virus von den alten Coronaviren unterscheiden UND stabil sind, sich also nicht ständig weiter verändern. Dann kann man im Blut der Patienten die Antikörper suchen, die gegen genau diese Eigenschaften des SARS-COV-2 gerichtet sind. Und erst wenn man diese findet, kann man sagen, dass der Untersuchte gegen das neue Virus reagiert und damit infiziert sein muss. Wie beschrieben, bilden sich erst nach längerer Zeit (frühestens 14 Tage, eher 4-6 Wochen) IgG-Antikörper, die einen länger anhaltenden  Schutz signalisieren und anzeigen, dass die Infektion erfolgreich durchgemacht wurde. Dabei muss man die Infektion NICHT mit Symptomen wahrgenommen haben. Man kann also eine Infektion durchlaufen, ohne Symptome zu haben und ohne zu wissen, dass das gerade passiert. Stand heute ist kein Test verfügbar, der uns mitteilt, dass jemand akut an Corona erkrankt ist (IgM-positiv) oder die Erkrankung erfolgreich durchlaufen hat (IgG positiv). Auch positiv auf Corona getestete könnten in Wirklichkeit an Grippe oder anderen Erregern erkrankt sein und das Coronavirus nur zufällig auch getragen haben. Der Wunsch der Medizin und der Politik wäre ein Corona-Test, den man täglich zu Hause durchführen könnte und der einem täglich signalisiert „du bist ok“ oder „geh zum Arzt, da stimmt was nicht“. Ein solcher flächendeckender Test ist Utopie und würde sich vermutlich nicht finanzieren und schon gar nicht zuverlässig durchführen lassen. Aber nur ein solcher Test würde verlässliche Zahlen liefern und helfen, die Infektion präziser einzuschätzen und zu bewerten. Wir wissen, dass Mehrfachinfekte die Prognose verschlechtern und den Krankheitsverlauf schwerer gestalten. Man könnte und sollte deswegen aus meiner Sicht nicht nur auf Corona testen, sondern bei denen, die wegen Symptomen getestet werden, auch die anderen Atemwegserreger incl. Influenza untersuchen. Auch wenn wir gegen Virusinfekte keine ursächliche Therapie haben, würde die Erkenntnis, dass jemand nicht nur Corona hat, sondern z.B. gleichzeitig auch Adenoviren (die wir gerade sehr häufig in unseren Praxen sehen), Influenza und Rhinoviren, dazu führen müssen, dass wir diese Mehrfachinfizierten besonders im Auge behalten und vielleicht schneller in eine stationäre Betreuung überführen. Sind bakterielle Begleitinfekte vorhanden, könnte man so auch früher antibiotisch eingreifen.

Sonderfall Italien

In Italien hat man sich bereits im Dezember gewundert, dass die Influenza dort in dieser Saison besonders schwer und mit mehr Toten abläuft. Retrospektiv wird nun angenommen, dass das Corona-Virus schon zu diesem Zeitpunkt von den vielen in Norditalien arbeitenden Chinesen eingeschleppt und unerkannt verbreitet wurde, so dass bei der Erkenntnis, dass Corona in Italien angekommen ist, die Verbreitung schon seit Wochen lief. Es gibt so viele Chinesen in Nord-Italien, weil diese dort Mode produzieren und sie dann mit dem Label “Made in Italy“ vertreiben können, statt „Made in China“. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt… Viele der vermeintlichen Influenza-Toten könnten also bereits Corona-Patienten gewesen sein. Zur Zeit sind in Deutschland ca. 180 000 nachgewiesene Influenzafälle bekannt, die Corona-Fälle belaufen sich auf ca. 50 000. Würden wir in den 80ern des letzten Jahrhunderts leben, hätten wir uns vermutlich über eine stark verlaufende Grippesaison mit mehr Toten gewundert, aber normal weiter gelebt. Von Corona hätten wir nichts bemerkt.

Angst erzeugt Stress, und der eine Immunschwäche.

Bleibt die Frage, ob die Corona-Infektion wirklich so schlimm ist, wie sie in den Medien gemacht wird und in den Köpfen der Menschen ankommt. Angst erzeugt Stress, und der eine Immunschwäche. Insofern finde ich die Medienberichte bedenklich, teils überzogen. Auch muss man später die durch die beschlossenen Maßnahmen ausgelösten Existenzängste und Existenzvernichtungen insbesondere der jüngeren, nicht so stark gefährdeten, Generation bewerten, die ihrerseits zu Krankheiten und Todesfällen führen.

Es bleibt dabei, dass die meisten von uns die Infektion schadlos überstehen werden.

Die gefährdeten Gruppen sind definiert. Aber sie sind nicht komplett identifiziert. Man kann davon ausgehen, dass Alter mit Immunschwächung einhergeht, aber man kann nicht alle über einen Kamm scheren.

Wer wissentlich immunschwach ist,

  • weil er alt ist und Angst hat
  • weil seine Ärzte ihn mit entsprechenden, das Immunsystem belastenden, Medikamenten behandeln
  • weil er Vorerkrankungen hat, die ihn anfälliger und weniger widerstandsfähig sein lassen
  • weil er eine Lebensweise praktiziert (hat), die nicht gesundheitsförderlich ist (Rauchen, Alkohol trinken, Inaktivität, schlechte Ernährung, Drogenkonsum, Stress, Schlafmangel etc.)

sollte seinen Beitrag leisten und sich in eine freiwillige Quarantäne begeben. Es hat mich heute schon gewundert, wie viele Rollatoren und Rollstühle ich beim Einkaufen gesehen habe.

Nehmen Sie Kontakt auf mit Organisationen oder Nachbarn, die Ihnen die Wege abnehmen. Gehen Sie nicht in Busse und Bahnen, nicht in Supermärkte. Lassen Sie sich einzeln zum Arzt oder zur Physiotherapie fahren. Gehen Sie aber raus und spazieren Sie einzeln oder zu zweit an der frischen Luft, betreiben Sie Sport, soweit möglich. Die Schließung von Golfplätzen oder Sportanlagen mit Laufbahnen im Freien sind in diesem Zusammenhang für mich politische Fehlentscheidungen, die eiligst korrigiert gehören.

Gibt es Schicksal?

Manchmal stirbt jemand unverhofft an etwas, dass man bei ihm nicht erwartet hat. Wenn junge Menschen ohne bekannte Vorerkrankungen an Corona versterben, dann muss die Betonung auf „bekannt“ liegen. Es gibt Menschen, die nicht wissen, dass sie kränker sind, als sie sich fühlen. Wir sehen in unseren Praxen häufig jüngere Menschen, die sehr wohl an chronischen Beschwerden leiden. Das sind von der Schulmedizin übersehene Parasitosen, die die Mikronährstoffversorgung behindern, weil sie zu Aufnahmestörungen aus dem Verdauungstrakt führen. Das sind chronisch aktive Virus-Infekte, wie z.B. Ebstein Barr-, Herpes-, Cytomegalie-Viren. Das sind chronisch bakterielle Infekte mit Bakterien, die sich IN den Zellen aufhalten und mit „normalen“ Antikörpersuchtests nicht identifiziert werden. Dazu gehören z.B. Borreliosen Brucelleninfekte, Chlamydieninfekte, Yersinieninfekte, Listeriosen und andere. Das sind Menschen, die chronisch stille Entzündungen haben, zumeist in Form von Zahnherden oder chronischen Mandelentzündungen. Die Zahnbefunde tun nicht weh und lassen sich in gewöhnlichen Röntgenbildern oft nicht erkennen. Sie bedürfen einer gründlichen klinischen zahnärztlichen Untersuchung mit viel Fachkenntnis. Deswegen haben wir zwei Zahnmediziner im Therapeutikum. Und es sind Menschen mit chronischen Giftbelastungen durch z.B. Schwermetalle, Weichmacher, Glyphosat, Bisphenol A  etc., aber auch Schimmelpilzgiften aus dem Wohnumfeld. Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Menschen, die sich nicht ausgewogen ernähren und deswegen Mangelzustände haben. Nicht selten addieren oder potenzieren sich die Effekte der einzelnen kleinen Baustellen. Auch junge Menschen tragen dann, bildlich gesprochen, schon einen schweren Rucksack mit sich herum.

Auch wir haben bisher keine gezielte Therapie gegen Corona. Aber wir haben das Rüstzeug, das Immunsystem belastende Begleitprobleme zu erkennen und zu behandeln. Damit werden die Last im Falle akuter Infekte geringer und Krankheitsverläufe unkomplizierter.

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