Klagenfurt

Aufstehen um 7.30, exzellentes Frühstück und dann Empfang der vorreservierten Fahrräder. Klappt leider nicht, meines lässt sich nicht einstellen, die Schraube für die Sattelverstellung ist kaputt und nicht zu lösen, – eine Alternative gibt es auch nicht, also radeln wir, Scouts und ich, zum Venue, ich fühle mich wie ein Affe auf dem Schleifstein… meine Knie fühlen nichts mehr. Rucksack auf dem Rücken, Arzttasche auf dem Gepäckträger kauere ich hinter dem Lenker…

Die Spielpläne sind klar, kurzer Halt am Aufwärmcourt, Gesicht zeigen, damit die Spielerinnen wissen, dass ich da bin, dann geht’s zum Akkreditieren und in die Katakomben unter dem Stadion, in denen die Medizin untergebracht ist. Es ist laut und das Wummern der Bässe lässt die Behandlungscontainer vibrieren. Nette Österreicher, alles Schulmedizin, kommen aus einem namhaften Medizinzentrum. Leider ist die Arbeitsqualität der Mitarbeiter nicht so gut, wie die protzigen Firmenautos vermuten lassen.

Dennoch- Klagenfurt ist das beste Volleyballturnier der Welt, schon seit fast 15 Jahren, und es ist das größte Sportereignis Österreichs, noch vor Skiabfahrten oder Fußballspielen. Tausende campen hier, um die wenigen kostenlosen Tickets zu ergattern, der Aufbau ist gigantisch, das Sponsoreninteresse macht es möglich. So ein Aufbau kostet mehrere Millionen, allein der VIP-Bereich ist 2-stöckig und so groß wie eine Turnhalle. In den See (Wörthersee) sind ein Spielerbereich und eine VIP-Bereich mit Bootsanleger auf Schwimmpontons gebaut, die Spieler und Betreuer springen nach den Spielen gerne ins warme Wasser des Sees. Urlaubsfeeling für alle. Die meisten Spieler reisen mit Familie an und machen nach dem Ausscheiden noch ein bisschen Urlaub hier. Auch ich springe in den See, Abkühlung ist kaum anders zu erreichen.

Es gibt lecker Essen für die Spieler, zu dem wir Betreuer leider keinen Zugang haben, – wir können uns bei einem der Caterer hier Backwaren oder Fastfood kaufen,- normalerweise. Freundliche Spieler bringen uns aber tellerweise von dem Essen und niemand muss darben.

Besonderer Service und bisher nur in Klagenfurt erlebt, ist der freie Zugang aller Akkreditierten zu Obst, Getränken der Sponsoren Rauch und Redbull sowie zu einem Kaffeeservice, bei dem hübsche und vor allem freundliche Hostessen Latte macciato oder Espresso etc. servieren.

Überhaupt fällt eine herzliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auf, die es so auf keinem anderen Turnier gibt. Sportlich läuft alles nach Plan, drei deutsche Damenteams sind angereist, eines der Olympiateams (Holtwick/Semmler) ziehen es vor, nicht zu spielen. Alle erreichen die zweite Runde, in der dann aber für zwei bereits das Aus kommt. Nur Goller/Ludwig, unser Damenteam Nummer eins erreicht das Viertelfinale. Da ist allerdings Schluss nach großem Kampf gegen die Holländerinnen. Wirklich gut gespielt und nix dafür bekommen, das nagt.

Alle Männerteams, die erst am zweiten Tag ins Turnier eingreifen, werden in ihren Pools erste, überspringen somit die erste k.o.-Runde und spielen morgen im Viertelfinale.

Nachdem ich doch einiges an Arbeit hatte, liegt nun der Focus noch auf drei Teams, eine Erleichterung. Üblicher Ablauf ist der Kontakt der Spieler vor dem Spiel mit der Physiotherapeutin und mit mir, wobei ich nur tätig werde, wenn es Probleme gibt. Im Spiel,- leider spielen wir meistens parallel auf verschiedenen Plätzen- sitze ich bei den Teams, die am ehesten Probleme erwarten lassen. Bei Olympia werde ich bei allen Spielen dabei sein.

Problem hier in Klagenfurt ist die Hitze. 33 Grad im Schatten, über 40° auf den Plätzen, fordern Adaptationsvorgänge, die nicht leicht zu bewältigen sind. Das Problem ist, dass wir in der Woche zuvor bei 16 Grad im Berliner Regen gespielt haben. Eine schnelle Umstellung an die Hitze gelingt auch Trainierten nicht. Unsere Erfahrungen aus 20 Jahren Beachvolleyball kommen zum Tragen. Meine Teams bekommen Elektrolyte zu trinken und werden in den Auszeiten mit Eis abgerieben. Kühlwesten, die die Spieler eigentlich haben und anziehen sollen, sind aus deren Gedächtnis und den Spieltaschen leider verschwunden- ein Umstand, der bei Profis eigentlich nicht zu erwarten ist.

Es gelingt uns, dafür zu sorgen, dass die Gesundheit stimmt, alles andere ist Aufgabe der Trainer und Spieler selbst. Wir üben hier Zusammenarbeit. Die Spieler müssen verstehen, was ich kann und sehe, und was ich dann will, dass sie es tun. Dazu braucht es gemeinsame Erfahrung und Vertrauen. Ich kann erkennen, wenn jemand Schwächezeichen zeigt, oft, bevor der Spieler es selbst merkt und schon reagieren, bevor es zum Problem wird.

Morgen in der zweiten k.o.-Runde gibt lösbare Aufgaben, aber bisschen Schwund ist meistens. Ich bin gespannt, wer das Viertelfinale erreicht. Nur wenn wir mit mindestens einem Team das Halbfinale erreichen, hab ich am Sonntag noch eine Aufgabe. Ansonsten muss ich mich um eine Umbuchung kümmern. Es wird ohnehin knapp. Nach derzeitigen Planung ,lande ich am Sonntag abends gegen 21.30 in HH, muss in der Praxis meine Koffer auffüllen und dann zu hause für London packen. Um 8.10 morgens habe ich einen Arzttermin, gegen 12h muss ich am Flughafen sein, dann geht’s direkt nach London. Wünsche nach Behandlung durch Volleyballer, die nicht in London dabei sind, muss ich ablehnen. Auch ich muss mal schlafen und durchatmen.

21.7.

Wir hatten heute 12 Stunden Dauerregen und ich durfte 14 lange Sätze im Regen sitzen, frieren und mit ansehen, wie zwei 5.Plätze gewonnen wurden.

Nach einem Blitzeinschlag am Nebencourt wurde zunächst das Spiel dort unterbrochen, dann wurde das gesamte Stadion geperrt und der Spielbetrieb auf die Außencourts verlegt. Alle VIP´s, die bis zu 2380€ für ein 3-Tage Paket mit Loungezugang und VIP-Kontakt (Udo Jürgens, Franz Klammer etc) bezahlt hatten, gingen leer aus. Die Italiener traten zum Achttelfinale nicht an, die Chinesen nicht zum Viertefinale uind die chinesischen Damen kommen nicht zum Halbfinale morgen, weil die chinesische Olympiamannschaft morgen nach London reist und sie dabei sein müssen.

Immerhin hat es aufgehört zu regnen und seit heute abend ist es trocken.

Nach einem netten Abendessen mit dem Team von Julius Brink, den Scouts und der Medizin gehe ich jetzt ins Bett. Morgen darf ich in Klagenfurt abhängen bis mein Flieger abends gegen 18.30 geht, eine Umbuchung scheiterte heute an der Situation, dass alles überbucht war.

Also werde ich morgen die verbliebenen Sorgenkinder behandeln, vielleicht einige Spiele ansehen und dann für den letzten Count down nach Hause fliegen

Vorbereitung II

Flug nach Klagenfurt, das letzte Olympiavorbereitungsturnier.

Abflug HH 17.35 mit Lufthansa nach Wien, Umsteigen dort in eine kleine Propellermaschine, die uns nach Klagenfurt bringt. Ich treffe die Holländer, die schon gestern ins Olympische Dorf gezogen sind, ein erstes Training auf der Olympiaanlage gehabt haben und nun in offizieller Mission, d.h. in ihrem Asics-Olympiaoutfit reisen müssen. Der Shuttle bringt mich in mein Hotel und nach dem Einchecken treffe ich Uli und Ron unsere Scouts. Scouts sind diejenigen, die Videos der Spiele anderer Mannschaften aufnehmen und auswerten. Alle Szenen werden analysiert und in eine Datenbank eingegeben und ins Internet gestellt. Damit können alle Trainer (natürlich nur die deutschen) auf die Daten zugreifen, wenn sie im Training oder zur Spielvorbereitung Taktiken ausarbeiten.

Nach einem Bierchen und dem Bericht, wie die beiden mit der Physiotherapeutin Renate in knapp 10 Stunden mit dem Auto aus Münster nach Klagenfurt gefahren sind, gehe ich schlafen. Renate arbeitet schon im Spielerhotel, das knapp 2 km entfernt ist.

Vorbereitung I – Grand Slam Berlin

Bis Mittag habe ich Praxis gemacht, dann geht es noch schnell zum Steuerberater, nach Hause, um die Sachen zu packen und dann auf die Autobahn nach Berlin. Ohne geblitzt zu werden komme ich diesmal an und beziehe mein Zimmer im Hotel pro arte maritim in der Friedrichstrasse. Kaum da, bekomme ich die ersten SMS, wer mich sehen will. Ich habe den Passivimpfstoff für die Olympiateams dabei, der helfen soll, dass niemand vor dem Großereignis krank wird. Ein Spieler hat Angst vor Spritzen und verzichtet, alle anderen sind mutig. Dann folgen die üblichen Checkups, die immer dann nötig werden, wenn ich die SpielerInnen länger nicht gesehen habe.

Am Dienstag geht es bei durchwachsenem Wetter morgens um 8 per Shuttle zu den Court an der Waldbühne. Ich war noch nie da und sehe erstmals das unter Hitler gebaute Gelände mit Olympiastadion, Glockenturm und Waldbühne. Es ist auch nach fast 80 Jahren noch immer eindrucksvoll. Was mir nicht schmeckt, ist die Tatsache, dass der Centercourt, also der Platz auf dem üblicherweise die meisten deutschen Teams spielen, der unten in der Waldbühne ist. Fast 150 Stufen muss ich hinab und mehrmals täglich mit Arztkoffern wieder hinaufsteigen. Gift für die lädierten Knie.

Sportlich läuft es nicht schlecht, das Wetter ist zunächst noch gnädig und es bleibt, bis auf kleine Schauer, trocken. In so fern ist es eine gute Veranstaltung. Allerdings finden kaum Zuschauer den Weg, denn Laufkundschaft gibt es hier nicht. Man muss schon gezielt hierher fahren. Die Werbung in der Stadt scheint nicht ausgereicht zu haben, denn es ist leer.

Sideevents, Bandcontest, Modelcontest und Popmusikkonzert locken nicht die erwünschten 20000 Gäste an. Der Versuch einen Weltrekord mit 18 000 Zuschauern bei einem Beachvolleyballturnier zu schaffen scheitert kläglich. Es kommen an allen Tagen zusammen nicht einmal 20 000. Zum Wochenende, also als die Halbfinals und Finals gespielt werden sollen regnet es in Strömen. Dazu scheiden die deutschen Männer früh aus. Nur das Berliner Duo Holtwick/Semmler bei den Damen erreicht die letzten Vier und spielt am Abschluss tag noch.

Ich bringe meine Gummistiefel zum Einsatz, werde belächelt, aber sitze halbwegs trocken und tue mein möglichstes, damit unsere Teams spielen können. Sportliche Überraschung war sicherlich der Sieg von Klemperer/Koreng, die knapp die Olympiaqualifikation verpasst haben (genauer: die qualifiziert sind, aber nicht starten dürfen, weil es zwei deutsche Teams gibt, die besser sind), gegen unsere Nummer eins Brink/Reckermann.
Klemperer und Koreng zeigen trotz Schulterverletzung von Erik, den ich im Spiel mehrmals behandeln muss, ihre beste Saisonleistung. Auch im Viertelfinale gegen die USA spielen sie großartig. Ich stelle fest, dass sie zurück sind in der Weltspitze. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht weiß, ist dass David beschlossen hat, in diesem Moment seine Karriere zu beenden. Mich erreicht nur eine SMS von Erik, das Klagenfurter Turnier verletzungsbedingt abzusagen. Ich wundere mich, weil ich die Schulter eigentlich im Griff hatte und er aus meiner Sicht damit hätte spielen können.

Erst am Montag erfahre ich aus der Zeitung, dass es das letzte Spiel der beiden gewesen sein soll. Über die Hintergründe mag nun viel spekuliert werden. Ich kenne beide gut und weiß auch einige Dinge, die nicht in die Öffentlichkeit gehören. Ich verneige mich vor David, der aus seiner Sportkarriere sicherlich das Optimum gemacht hat, Olympiafünfter und WM-Vierter wurde, und dafür hart gearbeitet hat, denn sein Talent war begrenzter als das vieler Kollegen. Und er hat ein Studium neben dem Leistungssport abgeschlossen, – auch das können nicht viele von sich sagen.

Alles Gute David Klemperer!

Vorbereitung für London 2012

Ab dem 10.7. 2012 bin ich mit den Nationalteams zur direkten Vorbereitung auf die Oympischen Spiele in London unterwegs. Nach den Olympischen Spielen (bis 12. August) bin ich wieder in der Praxis.

Einkleidung in Mainz

Heute ist der Tag! Heute wird die offizielle Nominierungssitzung stattfinden, bei der Funktionäre incl. Ärzte offiziell für die olympischen Spiele nominiert werden. Dieser formale Akt hat Auswirkungen. Erst wenn man offiziell bestätigt ist, kann man zur Einkleidung fahren, bekommt, die Akkreditierungsunterlagen und das Flugticket. Olympiaeinkleidung, – eine besondere Sache: In der Kurmainzkaserne in Mainz ist eine Einkleidungsrundlauf mit verschiedenen Stationen aufgebaut. Die, die gedient haben, werden sich an den Beginn ihrer Grundausbildung erinnern, als es damals die Uniform gab. Heute ist es ähnlich, Bundeswehr Mobiliar und -Personal , unterstützt und organisiert durch Mitarbeiter des deutschen olympischen Sportbundes , gibt an die „Berechtigten“ die Sponsorengeschenke und Ausstattungsgegenstände.

Aber eins nach dem anderen. Gnadenlose Weckzeit auf meinem Wecker zu Hause ist 5 Uhr. Mein Gehirn kennt mich schon seit über 50 Jahren und weckt mich 5 Minuten vor dem Wecker. Das leise Atmen neben mir signalisiert, dass Madame tief schläft, und so soll es auch bleiben. Ich schleiche mich aus dem Schlafzimmer, dusche, ziehe mich an und packe meinen Lesestoff. Auf zum U-Bahnhof und dann zum Hauptbahnhof in Hamburg. Es klappt alles. Ich kaufe mir noch ein Brötchen und steige in den Sprinter, der mich mit nur einem Halt in Hannover in gut 3 Stunden nach Frankfurt bringt. Frühstück gibt es tatsächlich auch im Zug (Ich fahre erster Klasse, weil meine Bahncard dafür sorgt, dass ich nur den Preis der zweiten Klasse bezahlen muss, und der wird vom Volleyball Verband erstattet), dazu kann man kostenlos verschiedene Zeitungen bekommen. Es ist die seit Jahren beste Erfahrung mit der Deutschen Bahn und in Frankfurt holt mich Kirsten, eine befreundete Ernährungsberaterin am Bahnsteig ab. Ein bisschen Sightseeing in FFM, noch mal essen auf ihrem Balkon und dann Stau nach Mainz. Sie bringt mich bis in die Halle, in der die Einkleidung stattfindet und fragt mich, wie erwartet – Frauen sind sooo leicht auszurechnen-, ob ich ihr eine offizielles Einkleidungsshirt für Damen besorgen kann. Kann ich nicht, jedenfalls jetzt noch nicht, weil die erst in London zu tauschen sind. Männershirt gegen Frauenshirt, -wenn man abreist sind solche Tauschgeschäfte häufig, denn jeder will seinem Partner oder seinen Freunden etwas mitbringen.

In der Kaserne findet man meine Unterlagen – lange vorher waren Maßbögen für Adidas und Bogner abzuliefern. Ein großer Einkaufswagen wird heute voll werden. Zunächst bekommen wir 7 Taschen , 6 von Adidas, alle bedruckt mit dem Logo des DOSB. Bauchtasche, Laptoptasche, Toilettenartikel-Tasche, Rucksack, kleine und große Reisetasche, später noch eine von Bogner. Das allererste was es gibt ist die Kleiderordnung, die Regeln für Blog und Internet, Twitter und Medienauftritte und Bilder, was wir alles nicht dürfen. Keine eigenen Logos auf unseren (Arzt- )Taschen, wenn welche drauf sind, müssen sie abgeklebt werden. Die Bognertasche ist inoffiziell und das auf der Reise nicht verwendet werden, denn Reisekleidung ist adidas. Bogner wird bei Empfängen und beim Einmarsch getragen, ansonsten sind wir Werbeträger für den Hauptsponsor.

Wir bekommen Sportschuhe, Adiletten, 2 – Paar Halbschuhe, Trainingsanzug und T-Shirts, Regenkleidung – allerdings keine wasserdichten Schuhe oder gar Gummistiefel. Weiter geht’s es mit Freizeitkleidung dem Einmarschanzug und einigen Accesoires, wie einem karierten Halstuch und dem weißen Hut. Als nach etwa 1 Stunde alles zusammen ist, heißt es packen. Die Kleidung wird nach London transportiert, alles was ich dort haben will, muss ich einpacken. Allerdings darf ich nicht vergessen, meine Reisekleidung an mich zu nehmen, denn die Vorgabe ist: Reise in Adidas. Außer der Unterwäsche wird alles gestellt, incl. Socken. Es gibt 4 Zahlenschlösser, deren Bedienungsanleitung sich allerdings so anhört als sei sie mit Google translate übersetzt. Schließlich gelingt es, die Schlösser auf neue Zahlenfolgen zu programmieren und dann sind die Sachen verpackt, gesichert und zur Abgabe bereit. Nun wird’s haarig. Es ist 15 Uhr, mein Zug nach Hause geht um 16.10. Die offizielle Nominierungssitzung endet um 15 Uhr, wenn sie denn pünktlich ist. Ich darf erst MIT meinen Sachen weg, wenn ich offiziell nominiert bin, also die Email/das Fax aus Frankfurt in Mainz eingegangen ist. Es gibt auch keine Ausnahme, obwohl ich bereits 3 mal alle Überprüfungen bestanden habe und schon zweimal vorher nominiert wurde.

Ich esse etwas – Truppenküche. Es wird eine Portion Kartoffelsalat mit hausgemachter Frikadelle für 2 € angeboten. Das sind Preise, da müsste man eigentlich für 3 essen.

Als ich satt bin ist es immer noch erst 15.30 und nichts Offizielles liegt vor. Ich werde unruhig, muss ich doch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Bahnhof Mainz. Ich gehe an den Counter, – man checkt die Mails – nichts. Also beschrifte ich meine kleine Reisetasche, Name, Verband, Sportart und gebe sie ab. Ein Mitarbeiter fährt mich freundlicherweise in seinem Wagen Richtung Bahnhof . Wir sind grade einige Minuten unterwegs, da geht sein Telefon. „Seid ihr noch auf dem Gelände?“ Die Bestätigung meiner Nominierung ist da. Berufsverkehr setzt ein. Was tun? Zurückfahren und die Sachen holen, riskieren, den Zug zu verpassen? Oder alles so lassen und die Beachvolleyballer, die am Montag eigekleidet werden, bitten, meine Sachen mit nach Berlin zum nächsten Turnier zu nehmen?

No risk- no fun. Wir drehen um, es klappt alles, ich bekomme meine Tasche und den Zug nach Frankfurt. Dort habe ich 8 Minuten zum Umsteigen in den ICE nach Hamburg. Doch auf die Bahn ist Verlass. Bei Ankunft in Frankfurt ist klar, so gut wie alle ICE haben ca. 25 Minuten Verspätung. Wenn ich in meiner Praxis so arbeiten würde wie die Deutsche Bahn, wäre die Praxis voller Leichen. Unfassbar, wie schlecht dieses Unternehmen geführt und strukturiert ist. Ich sitze mir also die Beine in den Bauch auf dem Bahnsteig, die ganze Hektik vorher war umsonst. Mit 40 Minuten Verspätung kommen wir abends in Hamburg an, der Tag endet um 22.30. Ein ganzer Tag, nicht mein erstes Opfer für Olympia.

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