Erster Arbeitstag

Aufstehen 7:00 Uhr, zum Frühstück muss man laufen, ca. 500m. Die eiskalte Dininghall ist voll, lange Schlangen von Kaffeeautomaten, Brotauswahl ist übersichtlich, aber es gibt, wie erwartet tatsächlich glutenfreies Brot. Ansonsten alles wie erwartet, zu wenig Personal,  noch zu wenige Stationen geöffnet, der Geschmack ein bißchen enttäuschend.

Zurück im Mannschaftsbüro empfange ich die Schlüssel der anderen Appartements, Fernbedienungen für die Klimaanlagen, 30 Pins für jeden Athleten und Funktionär. Im Laufe des Tages kann ich einen Tisch und 3 Stühle organisieren, einen Kühlschrank, ein TV. Ich lasse die Physiotherapieliege ins Appartement bringen und buche die Traininigszeiten für alle Teams bis zum 11.August im Voraus. Ein Teamleitermeeting mit Rundgang gleich morgens hat geholfen, sich zurecht zu finden.

Dann begebe ich mich auf die Suche nach einer Station, die Videos der Wettkämpfe aufzeichnet und zur Verfügung stellt. Ich scheine ein Problem aufzudecken, – denn das, was in London noch selbstverständlich war, gibt es nicht. Das kommt aber erst nach verschiedenen Versuchen beim SID (Sports-Information Desk) und bei NOC-Helpdesk, bei der Pressestelle und im Mannschaftsbüro raus. Problem vertagt.

Gelöst ist dagegen mein Akkreditierungsproblem: Als Teamleiter habe ich zwar eine wichtig Funktion, jedoch darf ich die Funk-und Fernsehanstalten und das Gebäude der schreibenden Presse nicht betreten. Also werde ich Pressattaché, nun darf ich das, aber keiner nimmt mich mit dem Titel mehr ernst. So ist es nun mal, nicht alles ist logisch, und eine Doppelfunktion oder wie in meinem Fall Dreifachfunktion als Arzt, Teamleiter und Presseverantwortlichen kommt in den Köpfen nicht vor.

Ach ja- Wetter gibts hier auch: teils sonnig, teils bewölkt zwischen 20 und 25 Grad, kein Regen – dafür aber Mücken. Ich habe heute beim Feueralarm eine entdeckt und platt gemacht – erster Blutfleck an den neuen Wänden – oh Schreck. Das Tier scheint mich gestochen zu haben im Schlaf, aber ich weiß nicht wo, es juckt nichts. Also bleibt zu hoffen, dass Zika und Dengue oder Gelbfieber nicht in diesem ersten Opfer vorhancden waren.

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