Klarstellungen

Zwei Kommentare zu Artikeln aus der Beilage „Gesund“ des Hamburger Abendblattes vom 12.Oktober 2012 (Ausgabe 18/2012), die ich für nicht zutreffend halte .

Auf Seite 10 dieser überwiegend von Anzeigen dominierten Beilage wird behauptet, dass die Herbstsonne ausreiche, um die benötigte Menge an Vitamin D zu bilden. Zitiert wird Prof. Helmut Schatz. Ich verweise auf meinen Newsletter und die im NDR-Mein Nachmittag- gelaufene Sendung zum Thema Licht und Vitamin D und möchte klar stellen:

Eine einheitliche, wisenschaftlich begründete Menge an Vitamin D, die Menschen täglich benötigen, gibt es nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat im Februar diesen Jahres ihre langjährige Empfehlung von 200 Internationalen Einheiten (iE) auf 800 vervierfach. In den USA gibt es Stimmen, die bis zu 4000 iE pro Tag empfehlen. Untersuchungen in Deutschland haben ergeben, dass im Frühjahr bei mehr als der Hälfte der Bevölkerung die Blutspiegel unter dem empfohlenen Bereich von 30 ng/ml liegen. Eine Substitution (Gabe durch Tabletten oder Tropfen) ist in diesen Fällen sinnvoll und medizinisch geboten. Eine ausreichende Produktion durch UVB-Strahlung wird im Winterhalbjahr in unseren Breiten nicht erreicht. Siehe hierzu auch die Publikationen von Michael F. Holick, der international anerkanner Forscher auf dem Gebiet ist. (vgl: Schützendes Sonnenlicht, Michael F.Holick, ISBN 3-8304-2208-3).

Tagescremes mit Lichtschutzmitteln sowie Sonnencremes unterbinden die Vitamin D- Bildung. Bei Lichtschutzfaktor 8 sind 97,5% der Vitamin D-Bildung geblockt, bei LSF 15 sind es 99%.

Auf Seite 20 dieser Beilage unter Nackenschmerz wird dazu aufgerufen, Computer richtig zu positionieren: …“Die Tastatur sollte nicht mehr als 5-7 cm von der Tischkannt entfernt sein,…“ (…) „…auch die Maus sollte nahe an die Tischkante herangezogen werden.“

Hierzu möchte ich anmerken:

Die hier empfohlenen Positionen der Maus und der Tastatur gelten nur, wenn die Arme auf den Armlehnen eines Schreibtischstuhls abgelegt werden können. Hauptursache der Nacken-und Schulterverspannungen sind Arbeitspositionen, in denen die Arme bei der Arbeit gehalten werden müssen und nicht abgelegt werden können. Ziel ist eine Position, die Zwangshaltungen vermeidet und bei der die Arme bis zum Ellenbogen (!) entspannt abgelegt werden können. Das kann oft besser erreicht werden, wenn man die Maus und die Tastatur weit auf den Tisch schiebt und sich dann dicht an die Tischkannte setzt. Manchmal kann es hilfreich sein, die Ellenbögen durch Unterlagen zu stützen. In vielen Büros lassen sich die Schreibtischstühle wegen dumm konstruierter Armlehnen nicht dicht genug an den Schreibtisch rollen, so dass der Oberkörper nicht angelehnt werden kann, wenn die Arme auf dem Tisch liegen. Es geht nicht um die in dem Artikel angesprochenen Armwinkel, sondern darum, dass die Schulter- und Nackenmuskulatur nicht mehrere Stunden täglich die Arme tragen muss. Wenn es bequem ist, ist es gut. Positionswechsel müssen möglich sein, niemand kann einen ganzen Arbeitstag in einer Position verharren.

Übrigens: enge Schuhe verursachen Nackenbeschwerden.

Das ist der Hauptgrund, warum Männer bei gleichviel PC-Arbeit weniger häufig Nackenprobleme haben als Frauen. Interessiert? Ich mache auch Firmenbegehungen und berate gerne.

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