Testen testen testen

Das RKI und die Bundesregierung setzen bei der aktuellen Corona-Pandemie auf noch mehr Tests. Doch was sagt welcher Test aus und was bedeutet er für den Getesteten?

PCR-Test – Nachweis der Erbinformation

PCR steht für Polymerase Chain Reaction (Polymerase Ketten Reaktion). Eine Polymerase ist ein in allen Lebewesen vorkommendes Enzym, das die Einzelbausteine der Erbsubstanz (Nukleotide) mit einander verbindet und so bei der Vermehrung der Erbsubstanz und bei Eiweißherstellung in der Zelle eine wichtige Rolle spielt.

Die Erbsubstanz, die entweder aus DNS (DesoxyriboNucleinSäure, engl. DNA) oder RNS (RiboNukleinSäure, engl. RNA) besteht, trägt (Erb-)Information. Während menschliche Zellen ihre Erbsubstanz in Form einer DNS vorliegen haben, gibt es z.B. Viren, die ihre Erbinformation in Form von RNS speichern. Der Unterschied zwischen beidem besteht chemisch gesehen in einem fehlenden Sauerstoffatom auf molekularer Ebene. In der Natur sind DNS und RNS mit unterschiedlichen Funktionen belegt. Auch menschliche Zellen nutzen RNS in den Zellen, z.B. um Eiweiße herzustellen.

Coronaviren haben eine RNS als Erbsubstanz und unterscheiden sich damit z.B. von menschlichen Zellen.

Ein DNS-Molekül ist eine lange Kette von Einzelbausteinen (Nucleotiden), die wie eine Strickleiter konstruiert ist. Die Information ergibt sich durch die Abfolge der Einzelbausteine, die immer nur mit einem passenden Gegenüber verbunden werden können.

Quelle: bs-wiki.de

Dieser Doppelstrang  kann in der Mitte der „Stufen“ der Strickleiter getrennt werden. Weil jede Stufe nur mit genau einem Gegenüber wieder verbunden werden kann, trägt jede Hälfte die gleiche Information – jeweils als Negativ des komplementären Stranges.

Um eine Erbsubstanz zu vermehren oder abzulesen, wird der DNS-Strang also in der Mitte geteilt. An jeweils die beiden Hälften werden dann aus Einzelbausteinen (Nucleotiden) die fehlenden Nucleotide ersetzt und man erhält zwei gleiche  Stränge. Das Enzym, das das macht, ist die Polymerase.

Sie gibt dem Verfahren den Namen: Polymerase Chain Reaction (PCR).

Für die Erfindung, wie man Erbsubstanz künstlich vermehren  kann, wurde  1993 der Nobelpreis vergeben:

Vereinfacht: Man nimmt das Stück Erbsubstanz, teilt es in der Mitte und gibt Nucleotide, einige Chemikalien und das Polymerase-Enzym dazu. Durch Erhitzen und Abkühlen steuert man den Prozess.

Die Erbsubstanz wird in die Einzelstränge aufgeteilt und dann wieder komplettiert. Aus einem Stück sind nun zwei entstanden. Dieser Prozess wird 20-50 Mal wiederholt und so potenziert sich die Menge an Kopien der ursprünglichen Erbsubstanz.

Ist die Menge groß genug, kann man sie nicht nur sehen, sondern auch untersuchen.

Die Proben werden dann chemisch und chromatographisch analysiert und man vergleicht die gefundenen Proben mit einem bekannten Stück Erbsubstanz.

Bei Corona sind das 3-4 kurze Bruchstücke, die von den Wissenschaftlern für das neue Coronavirus als spezifisch eingestuft werden. Wenn man diese findet, gilt der Nachweis der Viren-Erbsubstanz als erbracht: der Untersuchte ist positiv getestet.

Man nimmt also bei einem Abstrich aus Rachen oder Nase sowohl menschliche Zellen mit menschlicher Erbsubstanz als auch die Erbsubstanz aller auf den Schleimhäuten vorhandenen Bakterien und Viren. Aus diesen versucht man die Corona-Erbsubstanz zu isolieren und zu vervielfältigen.

Fehlerquoten von 12-14% werden in Labormanuals angegeben.

Positiver Abstrich– was bedeutet das?

Ein positives Ergebnis weist (vermutlich) das Vorhandensein der Erbsubstanz von 3-4 Genen des SARS-CoV-2- Virus nach. Das sagt nichts darüber aus,

  • ob der Proband selbst erkrankt ist,
  • nur das Virus trägt und damit immunologisch so gut umgehen kann, dass er nicht erkrankt,
  • oder immun ist und nur das Virus trägt.

Es ist nicht einmal zu 100% sicher, dass die untersuchten Gene nicht auch in anderen Viren vorkommen könnten.

Politisch wird der Nachweis von Viruserbsubstanz als „positiver Befund“ interpretiert, der andere anstecken könnte und deswegen eine Quarantäne nach sich ziehen muss.

Indem man bis jetzt nur Probanden mit Symptomen untersucht, erhöht man die Wahrscheinlichkeit, dass der Betroffene auch Symptome durch das Sars CoV-2  zeigt und wirklich erkrankt ist.

Allerdings sind Mehrfachinfekte mit Atemwegserregern nicht selten. Medizinisch können wir nicht unterscheiden, ob eine gleichzeitig bestehende Virusinfektion mit anderen Viren (Adenoviren, Rhinoviren, RSV, Influenza etc.) die Symptome auslöst. Leider werden die Probanden nicht regelhaft auf andere Erreger untersucht. Für die Therapie Erkrankter macht das auch keinen Unterschied. Virusinfekte werden symptomatisch behandelt, egal welches Virus zugrunde liegt.

In der Realität hat sich gezeigt, dass positiv Getestete mit milden Symptomen in die häusliche Quarantäne weggesperrt und sich weitgehend allein überlassen werden. Sie melden allenfalls ihre Symptome an das Gesundheitsamt. Verschwinden die Symptome und ist der 14-Tageszeitraum abgelaufen, werden die Menschen ohne weiteren Test ins normale Leben entlassen. Wer nicht sozial vernetzt ist, hat es in der Quarantäne schwer an Einkäufe zu kommen, den Müll loszuwerden, Medikamente zu bekommen etc..  Auch die finanziellen Einbußen werden bei weitem nicht vollständig ausgeglichen. Verständlich, wenn dann jemand bei Symptomen lieber auf den Test verzichtet und sich selbst behandelt.

Antikörpertests

Unser Immunsystem bildet gegen viele Erreger Antikörper, wenn es mit ihnen in Kontakt gekommen ist. Voraussetzung ist ein funktionierendes Immunsystem. Antikörper zeigen also eine Immunreaktion des Körpers an. Dabei bilden sich unterschiedliche Antikörpertypen zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Mengen. Die Kenntnis darüber nutzt die Medizin, um sich ein Bild über Krankheitsstadien zu machen.

Abb: Verlauf der Serum-Antikörper bei SARS-CoV-2-Infektion (Quelle IMD)

Nach den bisherigen Studien treten bei SARS-CoV-2 Antikörper frühestens  5-9 Tage nach erfolgter Virusübertragung auf. In den ersten 7 Tagen nach Auftreten von Symptomen liegt die Rate positiver Ergebnisse für IgA oder IgM bei ca. 50 % (für IgG noch darunter), steigt aber danach deutlich an. Patienten mit Symptomen zeigen 14-21 Tage nach Erkrankungsbeginn in ca. 98 % der Fälle Seropositivität für IgG. Nicht sicher ist aktuell noch, ob diese Ergebnisse auch auf asymptomatische Krankheitsverläufe übertragbar sind. (Quelle: IMD Berlin-Potsdam)

Je nach Labor werden bei dem SARS-CoV-„-Antikörpertests unterschiedliche Kombinationen von IgA, IgM und IgG bestimmt.

IgM (Immunglobulin M) tritt zeitlich als erster Antikörper bei einer NEUEN  Infektion auf. Neu bedeutet, dass das Immunsystem vor noch nie Kontakt mit diesem Erreger hatte. IgM gegen einen Erreger zu finden, legt deswegen nahe, dass es sich um eine Erst-Infektion handelt. In seltenen Einzelfällen kann IgM auch bei späteren Re-Infekten erneut gebildet werden. IgM werden im Verlauf einer Infektion von IgG abgelöst. Deswegen nimmt ihr Spiegel ab, je länger eine Infektion besteht.

IgG-Antikörper bilden die verzögerte Antwort des Immunsystems und zeigen an, dass der Erreger, gegen den sie gerichtet sind, bekannt ist. Kommt es (Jahre oder Monate) später zu einem erneuten Kontakt mit dem Erreger, dann werden aus Gedächtniszellen diese IgG-Antikörper schnell und in großer Zahl gebildet. Haben wir eine Infektion bereits einmal durchgemacht ist unsere Immunantwort beim zweiten Mal schneller und effektiver.

Eine Zweit-Infektion würde man an einem Anstieg der IgG-Titer (Titer = Menge der Antikörper) erkennen. Dazu bedarf es zweier Blutentnahmen in mehrtägigem Abstand.

Der Nachweis von IgG sagt also aus, dass eine Infektion schon länger besteht oder erneut besteht. Es signalisiert, dass das Immunsystem vorbereitet ist.

IgA finden sich im Blut und vor allem auf Schleimhäuten und in allen Körperflüssigkeiten. Sie erscheinen zeitverzögert und ihr Spiegel fällt auch langsamer ab, als der von IgM.

Wichtig ist zu beachten, dass es bei einer Erstinfektion einige Tage dauert, bis sich Antikörper bilden.

Der Untersuchte hat aber schon vorher Erregerkontakt, ggf. auch Symptome und, je nach Krankheit, kann er auch vorher schon ansteckend sein. Deswegen eignen sich Antikörpertests nicht, um Patienten zu finden, die frisch infiziert sind und noch keine spezifische Immunantwort gebildet haben.

Es gibt demnach 3 verschiedene Antikörper, die man zusammen nutzen kann, um den Status des Untersuchten einzuschätzen:

Findet sich nur IgM, handelt es sich um eine frühe Erstinfektion. Findet sich auch IgA ist die Infektion schon etwas weiter fortgeschritten. Fehlt IgG, ist klar, dass es sich um eine Erstinfektion handelt und man sich in einem frühen Stadium der Infektion befindet.

Der Nachweis von IgM und IgG reicht aus, um einzuschätzen, dass es sich um ein mittleres Stadium der akuten Infektion handelt.

Ist nur noch IgG vorhanden, kann man von einer abgelaufenen Infektion ausgehen und, Stand heute, bei SARS-CoV-2 auch davon, dass der Proband zunächst immun gegen den Erreger ist.

Epidemiologie

Die Testung der Bevölkerung auf Antikörper zeigt keine akuten Infekte an, aber gibt Auskunft darüber, wie viele Menschen bereits Erregerkontakt hatten. Das ist insofern wichtig, als man einerseits daraus Rückschlüsse über die Verteilung und die Anzahl an stillen Verläufen gewinnt, andererseits auch abschätzen kann, wie viele Menschen immun sind.

Insofern sind Antikörpertests bei Menschen, die vermuten, Corona gehabt zu haben, sinnvoll.

Außerdem darf man erwarten, dass es Sonderregelungen in Bezug auf Quarantänemaßnahmen für diejenigen geben wird, die immun sind. Sie können z.B. gefährdeten Menschen risikoloser begegnen ohne die Masken zu tragen.

 Durchseuchung versus Impfstoff

Ziel ist, dass möglichst viele Menschen einen Antikörperschutz haben. Dieser würde sich bilden, wenn möglichst viele infiziert würden. Die Politik befürchtet, dass dadurch viele Menschen so krank würden, dass unsere Behandlungskapazitäten nicht ausreichen. Deswegen werden wir den Maßnahmen zum Infektionsschutz unterzogen.

Da die allermeisten die Krankheit ohne Arzt und ohne Krankenhaus durchmachen würden, ist das eine nicht faktenbasierte, sondern eine fiktive, emotional begründete, politische Annahme. Man wartet lieber auf den Impfstoff.

Dass der keine Lösung sein kann, wissen die Mediziner längst – aber es scheint sich niemand so richtig zu trauen, der Regierung das deutlich zu sagen.

Grippeimpfungen gibt es seit 1942. Trotz knapp 80 Jahren Erfahrung mit diesen Impfungen, erreichen wir bei denen, die es benötigen(> 60-Jährige), Impferfolge um 30% (siehe RKI-Bericht 2017). Wer nicht immunkompetent ist, erreicht auch mit der Impfung keinen Schutz. Diejenigen, die ein gutes Immunsystem haben, brauchen keine Impfung. Warum glaubt die Politik, dass es bei einer neuen, unerforschten Corona-Impfung anders oder sogar besser sein sollte?

Social distancing macht kränker, nicht gesünder….

Einsamkeit (Isolation)  führt zu einem geschwächten Immunsystem:

https://www.scinexx.de/news/medizin/wie-einsamkeit-die-immunabwehr-schwaecht/

und

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/64918/Immunsystem-Wie-Einsamkeit-die-Gesundheit-gefaehrdet

(beide Quellen aus 2015)

Für die, die sich für mögliche Hintergründe und das WARUM der Pandemiemaßnahmen interessieren, empfehle ich folgendes Video:

https://www.youtube.com/watch?v=fdXd–E6LnU

Einfach mal drüber nachdenken, was der Mann (Shiva Ayyadurai) so sagt….

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Mai!

© Copyright Praxis Dr. Tank