Erster Sieg der Männer

Polen, eigentlich ein Angstgegner unserer Jungs, wurde in einer hochklassigen Partie in 2 Sätzen bezwungen. Taktisch diszipliniert, im Aufschlag zunehmend besser und im SideOut einigermaßen stabil wurde der Grundstein für´s Weiterkommen gelegt. Erst am 31.Juli geht´s für die Jungs gegen Japan weiter. Auch hier ist ein Sieg Pflicht, um sicher in die Runde der letzten 16 zu kommen. Je nach Ausgang des parallelen Spiels von Polen und Italien ist von Platz 1 bis 4 in der Gruppe noch alles möglich. Je besser die Plazierung in der Gruppe, desto vermeintlich leichter wird der Gegener in der ersten K.-O.-Runde.

Laura und Maggi sind durch, und beenden die Vorrunde als Gruppenzweiter. Karla und Juli kämpfen im Spiel gegen die Niederlande morgen in der 15:00 Hitze (> 50°C auf dem Platz!) ums Überleben. Sieg bedeutet die Chance weiter zu kommen, Niederlage heißt unweigerlich Heimreise innerhalb von 48 Stunden.

Was Sie im TV sehen, sind die Eiswürste, die wir aus den weißen Handtüchern basteln und sie den Spielern anbieten. Eiswürfel ins Handtuch gewickelt, das mit Tape zugeklebt, und einmal in Eiswasser getaucht, hält eine Temperatur von knapp Null Grad, wenn wir die Handtücher auf Eis lagern und nur bei den Unterbrechungen ausgeben.

Da am heutigen Mittwoch kein Spiel ansteht, wird Pflege der Spieler(innen) betrieben und etwas traininert. Die Jungs haben 3 Tage frei, Laura und Maggi, je nach Auslosung 5 oder 6 Tage. Da fällt es schwer den Focus und Rhytgmus zu behalten. Auf normalen Turnieren spielt man mindestens einmal täglich, hier maximal alle 2 Tage.

Wir schaffen es an solchen Tagen, auch selbst etwas Sport zu betreiben, etwas mehr zu schlafen, da die Abende nach den Spielen doch bis Mitternacht dauern, wenn die Spieler abends noch ausbehandelt werden, und endlich die Wäsche aus der Wäscherei zu holen.

Wäsche war und ist ein leidiges Thema, eigentlich bei allen Olympischen Spielen, an denen ich teilnehmen durfte. Man bekommt nummerierte Wäschesäcke jeweils für Unterwäsche, Bunt- und Weißwäsche. Diese darf man bis zu Hälfte füllen, weil mehr Wäsche pro Netz sonst nicht zu trocknen wäre. Bedeutet real, dass man 2 Boxershorts in den U-Wäschebeutel bekommt…:-(

Nach 24 Std kann man die Wäsche wieder abholen. Sie riecht zumindest besser, sauber wird sie nicht. Anfänglich war die Annahme und Abgabe der Wäsche so schlecht koordiniert, dass man teils 1 Std und mehr anstehen musste. Insbesondere weil Mannschaften dann einen zum Wäscheholen losschicken, der für alle die Wäsche holen soll, dauerte die Ausgabe ewig.

Inzwischen geht es schneller, aber die Wäsche ist eben einfach nicht sauber.

Ansonsten haben sich alle an den Trott hier gewöhnt. Nach nunmehr 10 Tagen ist für mich auch das Schlafproblem erledigt. Vollmond ist vorbei und wir haben lange Tage – da kann man dann auch ziemlich gut schlafen.

Die Presseauftritte haben wir reduziert, damit die Athleten den Focus nicht verlieren. Erste Athleten anderer Sportarten sind durch und fliegen heim und auch wir wissen, dass es unser Team, je nach Ausgang des Spiels morgen, schnell treffen kann.

Wollen wir hoffen, dass wir das noch ein bißchen hinauszögern können.

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