Tolles Spiel – keine Belohnung

Gegen die Weltranglistenzweiten Brouwers und Meuwsen spielten Lars und Markus nach kleinen Startschwierigkeiten überzeugend. Endlich zeigten sie auch bei Olympia, was sie wirklich drauf haben und dass sie zu Recht hier sind. Schade nur, dass am Ende des dritten Satzes die Kaltschnäuzigkeit fehlte, den „Sack zu zumachen“.

Auch wenn man mit der Leistung zufrieden sein kann, die Niederlage bedeutet faktisch, dass unsere Chancen, im Turnier der Herren vertreten zu bleiben, sehr gering sind. Wir müssten die Russen mit mindestens 12 Punkten Differenz (in beiden Sätzen zusammengerechnet) schlagen. Das ist nicht unmöglich, aber wenig wahrscheinlich.

Im Spiel gab es die kleine Verletzungsauszeit, weil Markus ein funktionelles Knieproblem bekam, dass ich aber schnell beheben konnte.

 

Für die Kenner der Szene unter Ihnen, die schon ein paar Jahre mehr auf der „Uhr“ haben: Ich habe Dr. Eduardo Tinoco getroffen.

Wen? Eduardo spiele in den 90er Jahren als Volleyballprofi in Deutschland und startete am Strand mit Hauke Braak.

Eduardo ist Zahnarzt und betreibt eine Praxis in Rio de Janeiro. Während der Olympischen Spiele ist er der Leiter der Zahnambulanz im Olympischen Dorf, die von 7 Uhr bis 23 Uhr täglich geöffnet hat. Eduardo spricht immer noch fließend Deutsch und hat zwar viele Haare, aber nicht seinen Charme verloren.

 

An dieser Stelle sei einmal beschrieben, was hier im Dorf medizinisch abgeht.

Es ist eine Poliklinik eingerichtet worden, die einen hohen Standard hat

Auf Wunsch des IOC bietet Rio einen Zahnarztservice incl. Versorgung an, es gibt neben allen möglichen Notfallbehandlungseinheiten, Augenärzte, Internisten, Chirurgen, Radiologen, Labormedizin. Zwei Magnetresonanztomografen (MRT) stehen hier und sind rund um die Uhr im Einsatz.

Das IOC will den Athleten und Funktionären der Länder, in denen eine gute medizinische Versorgung nicht selbstverständlich ist, eine Möglichkeit geben sich untersuchen und behandeln zu lassen. So edel dieser Gedanke ist, so ungerecht ist es, dass der Veranstalter, Rio 2016, die Zeche zahlt und die Betroffenen keinerlei Beteiligung an den Kosten haben. Auch das IOC, das wahrlich genug Geld mit den Spielen verdient, zahlt, nach Aussage von Eduardo, nichts dazu.

Um ein Beispiel zu sagen: in den ersten beiden Tagen nach Eröffnung der Poliklinik sind 600(!) Zahnbehandlungen bei „überwiegend Afrikanern und Osteuropäern“ durchgeführt worden. Dabei geht es nicht nur um Diagnostik und Prophylaxe, es wird realer Zahnersatz geleistet. Die Patienten sind im Wesentlichen Funktionäre, weniger Athleten und genauso sieht es im MRT aus. Das ist permanent „verstopft“ von Verbandsfunktionären aus Entwicklungsländern und osteuropäischen Staaten mit schlechtem Gesundheitssystem. Wenn man dann wirklich notfallmäßig eine Diagnostik braucht, muss man ärztlicherseits massiv intervenieren (macht bei uns Prof Wohlfarth ausgezeichnet), um die  nötige Untersuchung zu bekommen.

 

In unserer medizinischen Zentrale nimmt der Andrang auch zu. Die Verbände, die keinen Arzt dabei haben, werden dort medizinisch versorgt, auch die Physiotherapie ist mit Klaus Eder (bekannt von der Fussballnationalmannschaft) und seinem Team vor Ort. Wir Ärzte, die einem Verband zugeordnet werden, betreuen zunächst einmal unsere eigenen Athleten, aber wir schieben Dienst in der Zentrale, wenn wir aus dem Wettkampf sind.

Unschöne Fußnote: Ich bin genau einmal an einem Geldautomaten gewesen und habe brasilianische Real gezogen. Was auf all meinen Reisen, egal wo auf der Welt, nie passiert ist, erwischte mich in Rio an der Copacabana: man hat dabei scheinbar meine EC-Karte ausgelesen und mich am Folgetag in den USA um knapp 600€ erleichtert. Also ist jetzt die EC-Karte gesperrt, ich sitze hier jetzt rum und leihe mir Geld. Glücklicherweise ist man als „Jokerkunde“ meiner Bank in der komfortablen Situation einen Extraservice zu genießen, der einem auf Wunsch zeitnah und kostenfrei eine ordentliche Geldsumme zur Auszahlung anweist.

In so fern: es gibt Schlimmeres.

 

Heute geht´s für Britta und Karla schon um alles. Siegen sie gegen die Holländerinnen, ist noch alles möglich verlieren sie, dürfte auch für sie das Turnier vorzeitig zu Ende sein.

Kira und Laura spielen zuerst – für Sie In Deutschland um 23:30h-  gegen Canada 2, die Stuttgarterinnen treffen danach um 2Uhr deutscher Zeit auf die Niederlande 2.

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